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Robotics Process Automation schafft Mehrwert: Ausgabe 08/2020, 28.05.2020

Was heisst das konkret für den Servicebereich?

Die Ergebnisse der Capgemini-Studie «IT-Trends 2020» besagen, dass Effizienzsteigerungen und Kosten- senkungen in den Unternehmen deutlich höher gewichtet werden, während eine bessere Datennutzung oder die stärkere Orientierung am Endkunden weitaus weniger im Vordergrund steht. Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch durchleuchtet diese Phänome.

Autor: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch

Wie Prof. Thomas Rautenstrauch, Leiter des Departements Business Analytics & Technology an der HWZ, betont, ist es zurzeit für viele Unternehmen finanziell attraktiv, ihre Prozesse durch Robotics Process Automation (RPA) effizienter zu gestalten, insbesondere im Servicebereich, auch weil Einsparungen hier am deutlichsten und schnellsten sichtbar werden. In einem zweiten Schritt ist dann Raum für den Einsatz von Data Analytics und Machine Learning, um einerseits neue Anwendungen und andererseits neue datengetriebene Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den Unternehmen Wettbewerbsvorteile und Wachstumschancen eröffnen.

Dringend benötigte Talente nicht auf dem Arbeitsmarkt
Ein Blick in die Internet-Jobbörse «Jobs.ch» zeigt eindrücklich, wie hoch der Bedarf an Absolvierenden von WirtschaftsinformatikStudiengängen ist: rund 1200 offenen Stellen, denen jedoch nur ein Bruchteil an FH-Absolvierenden in Wirtschaftsinformatik gegenübersteht. Dieser Eindruck vom Mangel wird durch die zitierte Befragung mehr als nur bestätigt, wonach 61% der Schweizer Unternehmen die dringend benötigten Talente nicht am Arbeitsmarkt finden, die für den nötigen digitalen Fortschritt der Unternehmen gesucht werden. Auffällig ist auch hier, dass die Anzahl weiblicher IT-Führungskräfte sich weiterhin ausserordentlich langsam entwickelt, wobei Frauen in der Schweiz nur 15 Prozent der Technologie-Teams stellen und damit auch hinter dem weltweiten Vergleichswert von 21 Prozent liegen.

Eine sich verschärfende Situation
Die Einsatzgebiete von Wirtschaftsinformatikern sind an der Schnittstelle zwischen Business und IT extrem vielfältig und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt können heute kaum besser sein. Nach der von Harvey Nash/KPMG in 2018 durchgeführten CIO-Umfrage in 2018 unter 3600 führenden Technologie-Unternehmen aus 84 Ländern – darunter die Schweiz –  hat sich der Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden in allen IT-Bereichen nochmals deutlich verschärft. Neben Expertise in Bereichen wie IT Security und Resilienz betrifft der grösste Mangel in den Unternehmen heute Kompetenzen zu Big Data und Analytics, bei denen am dringendsten Fachleute gesucht werden.

Gegensteuer im Bildungssektor «Der neu entwickelte Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der HWZ, welcher im September 2020 startet, fokussiert sich auf die von der Schweizer Wirtschaft am stärksten gesuchten IT-Kompetenzfelder: Digital Business, Data Analytics und Machine Learning gepaart mit hohem Anwendungs- und Praxisbezug gehören zu den wichtigsten Merkmalen unseres neuen Studiengangs», so der Studiengangsleiter, Prof. Dr Thomas Rautenstrauch. «Damit wollen wir unsere Studierenden optimal auf eine Karriere im Kontext der Digitalisierung bei Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen vorbereiten.»


Autor


Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch ist seit 2009 Leiter des Center for Accounting & Controlling der HWZ und seit Januar 2019 Leiter des Departements Business Analytics & Technology sowie Mitglied der Schulleitung. Er studierte an der Universität Göttingen (D) Betriebswirtschaftslehre mit zusätzlichen Studienaufenthalten an der University of Surrey (GB) und der Université de Bordeaux (F) mit dem Abschluss zum Diplom-Kaufmann. Den Doktorgrad erlangte er neben seiner Berufstätigkeit bei Ernst & Young im Bereich Wirtschaftsprüfung im Jahre 1997 an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Göttingen mit einer Dissertation zu wissensbasierten Systemen im Bereich Wirtschaftsinformatik. Anschliessend war Thomas Rautenstrauch mehrere Jahre als Leiter Kostensysteme im Corporate Controlling der Continental AG in Hannover tätig. Seit dem Jahr 2000 ist er als Fachautor sowie als Professor und Dozent an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten im In- und Ausland tätig.

 

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