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Engineering Framework ist bereit für kontinuierliche Software-Entwicklung: Ausgabe 03/2020, 20.02.2020

Inbetriebnahmezeiten verkürzen und Engineering-Kosten reduzieren

Die neue Version V16 des Engineering-Frameworks TIA Portal legt den Schwerpunkt auf Standardisierung und kontinuierliche Integration. Dank verteiltem Arbeiten im Entwicklerteam bietet sie höhere EngineeringEffizienz. Das integrierte Testen mit der Test-Suite führt zu gesteigerter Software-Qualität. Die herstellerübergreifende OPC-UA-Kommunikation erlaubt transparenten Betrieb.

Mit TIA Portal V16 (Totally Integrated Automation Portal) erweitert Siemens sein Engineering-Framework um neue, praxisnahe Funktionen für unterschiedliche Phasen von Planung über Engineering bis hin zur Inbetriebnahme. Schwerpunkt der Neuerungen ist der Entwicklungsprozess durch kontinuierliche Integration (continuous integration). Dazu gehören Standardisierung, integriertes Engineering in verteilten Teams und ein integrierter Funktionstest. Anwender können dadurch die Softwarequalität erhöhen, Inbetriebnahmezeiten verkürzen und EngineeringKosten reduzieren.

Engineering Framework erlaubt kontinuierliche Software-Entwicklung
Beim Entwicklungsprozess stehen dezentrale Arbeitskonzepte und Teamarbeit im Fokus. Der Anwender kann auf dem TIA PortalProjektserver nun über die ergänzte Funktion «Exclusive Engineering» auf ein Serverprojekt exklusiv zugreifen – mit Projektrevision, Änderungsprotokoll sowie automatisierbarer Berichterstellung und Archivierung. Damit lassen sich Automatisierungsaufgaben ohne funktionale Einschränkungen geräte-, objekt- und funktionsorientiert organisieren. Für das Exclusive Engineering ist keine Lizenz erforderlich.
Für die Inbetriebnahme von Projekten im Team wurde TIA Portal V16 um den Modus «Asynchrones Commissioning» erweitert. Damit wird das Laden auf die Simatic-S71500-Steuerung durch eine zweite TIA-PortalInstanz im Hintergrund durchgeführt. Die im  Vordergrund laufende TIA-Portal-Instanz ist sofort wieder bedienbar, wodurch Ladezeiten verkürzt werden. Neu in TIA-Portal-V16 ist das Version Control Interface (VCI), eine Schnittstelle zu externen Versionierungssystemen wie etwa GIT, SVN oder TFS.

Versionierung nahtlos in den Entwicklungsprozess integrieren
Durch die Import- und Exportfunktion von Software-Objekten über die TIA-Portal-Oberfläche lässt sich die Versionierung nahtlos in den Entwicklungsprozess integrieren. Das ermöglicht eine objektgranulare und vollständig transparente Versionierung sämtlicher Software-Objekte ausserhalb des TIA-Portals. Eine weitere Neuerung ist die TIA Portal Test Suite. Diese erlaubt neben der automatisierten Erstellung und Überprüfung auf Einhaltung von Programmierrichtlinien, dem sogenannten «Styleguide Check», auch die Erstellung und Durchführung von Applikationstests mit dem virtuellen Controller S7-PLCSIM Advanced. Die Unterstützung reduziert Engineering- sowie Inbetriebnahmezeiten und erhöht die Softwarequalität.
Mit TIA Portal V16 erhalten alle Simatic-S71200-Controller jetzt die OPC UA-Serverfunktionalität. Beispielsweise kann damit die Anbindung an übergeordnete Systeme, wie einem Manufacturing Execution System, für die vertikale Datenintegration realisiert werden. Ein weiterer Anwendungsfall ist die ControllerController-Kommunikation, die sich mit Hilfe von OPC UA durchgängig in allen Simatic Controllern einsetzen lässt. Standardisierte Schnittstellen, sogenannte Companion-Spezifikationen, gestatten eine unkomplizierte Maschinenintegration in Produktionslinien oder Anlagen und können mit dem TIA Portal einfach importiert werden. Dabei unterstützt der Siemens OPC UA Modelling Editor SiOME den Automatisierer bei der Verschaltung der Variablen und vereinfacht ihren Import in die jeweilige Simatic-Maschinensteuerung.

Es lassen sich Server Interfaces oder Companion Specs modellieren
Der Siemens OPC UA Modelling Editor SiOME enthält ebenfalls neue Funktionen, wie etwa das Erstellen von Datenbausteinen auf Basis von OPC UA-Informationsmodellen, oder die Möglichkeit OPC UA-Informationsmodelle und Companion Spezifikationen auf Konformität zu überprüfen. Daneben können Anwender im TIA Portal V16 jetzt auch Server Interfaces oder Companion Specs modellieren. Der Anwender kann in vereinfachter Form und ohne spezielles Know-how eine Server-Schnittstelle erstellen oder eine Companion Spezifikation benutzen. Die OPC UA-Serverfunktionalität bei den Simatic-Controllern S7-1500 wurde um zusätzliche Diagnosepuffereinträge ergänzt: OPC UA-Meldungen können nun zusammengefasst werden und erscheinen somit nur einmal im Diagnosepuffer.
Für Motion-Control-Anwendungen wurde der neue Simatic Drive Controller integriert. Dieser kombiniert eine Simatic S7-1500-Steuerung mit Motion-Control-, Technologie- und Safety-Funktionalität mit einer Sinamics-S120Antriebsregelung platzsparend in einem Gerät. Mit dem neuen Paket können nun Simatic-Anwender im gewohnten Umfeld erweiterte Motion Control-Aufgaben lösen, bei denen etwa ein Mehrachs-Antriebssystem zum Einsatz kommt. Simatic WinCC Unified wird ebenfalls im TIA Portal V16 verfügbar sein.

Zum neuen Visualisierungssystem gehören neue Bediengeräte
Das grundlegend neu entwickelte Visualisierungssystem bietet dem Anwender eine fortschrittliche Lösung für HMI- und SCADAAnwendungsfälle sowie zukünftig auch für Industrial Edge-, Cloud- und Augmented Reality-Szenarien. Zum neuen Visualisierungssystem gehört eine neue Generation Bediengeräte, die ebenso mit TIA Portal V16 projektiert werden können, die Simatic HMI Unified Comfort Panels. Die Simatic Energy Suite erhält in der neuesten TIA-Portal-Version die Funktion «Lastmanagement».
Diese Option verhindert voll automatisiert Lastspitzen, indem es Verbraucher und Erzeuger durch intelligente Strategien ab- respektive zuschaltet, ohne dabei die Produktion zu beeinflussen. Das Engineering der Simatic Energy Suite findet im TIA Portal statt: Der Anwender konfiguriert dabei das Lastmanagement über die Eingabemaske im TIA Portal, anschliessend wird das Programm fertig generiert und die entsprechende Visualisierung konfiguriert.

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