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Fachhochschule Graubünden bietet als Dienstleistung Messungen nach Topten-Anforderungen: Ausgabe 01-02/2020, 30.01.2020

Zum Wohle der Konsumenten und der Umwelt

Es ist nicht immer drin, was draufsteht. Unter diesem Aspekt prüft die FHGR im Beleuchtungslabor im Auftrag von Lumimart, Micasa usw. Leuchten nach, die in die Verkaufsregale kommen. Vorwiegend werden LED-Leuchten untersucht. Die lichttechnischen Einrichtungen werden nach den aktuellen Normen überprüft. Ziel ist die Vergabe des Topten-Labels.

Autor: Patrik Janett, Text und Bilder

Im modernen Beleuchtungslabor (www.fhgr. ch/forschung-und-dienstleistung/labore/ beleuchtungslabor) der FHGR werden vorwiegend LED-Leuchten für den Gross- und Detailhandel nachgemessen, die ein Label von Topten anstreben. Leuchten, welche die Anforderungen von Topten erfüllen, werden anschliessend auf www.topten.ch gelistet und im Fachhandel mit einem Label versehen. Der Konsument kann dann davon ausgehen, dass er eine Leuchte erhält, welche verschärfte Kriterien in Bezug auf Energieverbrauch, Lichtleistung und Farbwiedergabe bekommt.

Topten-Label ist eine freiwillige Sache
In den letzten beiden Jahren wurden bei der FHGR 111 Leuchten für das freiwillige Topten- Label für Haushaltsleuchten eingereicht. Gemessen wurde jeweils der Lichtstrom (Lumen), der Standby-Verbrauch (Watt), die Farbwiedergabe (CRI) und die Farbtemperatur (Kelvin). Es wurden ausschliesslich LEDHaushaltsleuchten gemessen. Leuchten mit Halogenlampen wurden nicht ausgewertet, weil sie die Topten-Kriterien nicht mehr erfüllen können.

Die Lichtausbeute in Lumen pro Watt
Lumen pro Watt (lm/W) gibt der Konsumentin und dem Konsumenten eine einfache Angabe über das erhaltene Licht pro Watt. Je höher diese Angabe, desto mehr Licht bekommen sie pro Watt Anschlussleistung. Die Leuchten hatten eine Bandbreite der Lichtausbeute von 10 bis 135 lm/W.

Vergleich der deklarierten zu den gemessen Werten
Die gemessenen Lichtausbeuten wurden mit Werten auf der Verpackung verglichen. In der Regel schwankt die gemessene zur deklarierten Leistung um ±4 W. Die gemessene Lichtausbeute in lm/W ist im Schnitt 23% niedriger als die deklarierte. Nur Leuchten mit nicht austauschbaren LEDs wurden für diesen Vergleich betrachtet. Die Ursache für diese irreführenden Informationen liegen darin begründet, dass die angegebenen Werte nur für das LED-Modul betrachtet werden und nicht für die gesamte Leuchte. D.h., das LED- Modul wird in eine Leuchte eingebaut, mit zusätzlicher Elektronik (Sensoren usw.) sowie mit Diffusoren und Abdeckungen verkleidet, was schlussendlich für den Endanwender bedeutet, dass er weniger abgestrahltes Licht bekommt.
Als Richtwert gilt: eine 60-W-Glühlampe hat ca. 800 lm. Eine LED-Lampe mit ca. 800 lm bringt zwar den gleichen Lichtstrom, es muss aber darauf geachtet werden, dass dieser auch abgestrahlt und nicht in den Lampenverkleidungen absorbiert wird.

Standby-Verbrauch ist nicht zu vernachlässigen
Ein Drittel aller getesteten Leuchten verbrauchen Energie im ausgeschalteten Zustand. Dies vor allem bei Leuchten, die einen integrierten Dimmer enthalten. Der gemessene Standby-Verbrauch darf nicht höher als 0,5 W sein. Einige getestete Produkte verbrauchen mehr als 1 W im Aus-Modus, der maximale Standby-Verbrauch lag bei 1,4 W. Dies hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren gegen-über früher deutlich verbessert.

Farbwiedergabeindex informiert über die Erscheinung der Farben
Der Farbwiedergabeindex (CRI = Colour Rendering Index) informiert darüber, wie Farben erscheinen, bei Kunstlicht im Vergleich zum Tageslicht. Der beste Wert ist 100 und wird in der Regel von Halogenlampen erreicht. Um in den EU-Markt zu gelangen, müssen LED-Lampen einen CRI-Wert von mindestens 80 haben. Die meisten der 111 gemessenen LED-Leuchten zeigten einen guten CRI-Wert von 80 oder höher. Nur eine von 25 Leuchten hatte einen niedrigeren CRI-Wert. Dies hat sich in der aktuellen Periode massiv verbessert und stellt eigentlich kein Problem mehr dar.

Qualität der Angaben zu den Leuchten hat sich verbessert
Zu guter Letzt darf noch erwähnt werden, dass sich auch die Angaben auf den Verpackungen laufend verbessert haben. So sind Leuchten, die heute in den Verkaufsregalen angepriesen werden, genauer und exakter beschriftet als noch vor zwei Jahren. Auch die Hersteller haben festgestellt, dass sie überwacht und kontrolliert werden. Dies insbesondere, da die Zwischenhändler sensibilisiert sind und schon beim Einkauf von Leuchten auf gewisse Kriterien achten.

Infoservice
Fachhochschule Graubünden
Pulvermühlestrasse 57, 7004 Chur
Tel. 081 286 37 01
patrik.janett@fhgr.ch, www.fhgr.ch



Im Beleuchtungslabor werden Leuchten normgerecht gemessen und auf ihre Energieeffizienz und Lichtverteilung hin überprüft


Anhand des Energielevels erkennt der Konsument die Qualität der Leuchte


Die Lichtausbeute der 111 untersuchten LED-Haushaltsleuchten


Darstellung des gemessenen Standby-Verbrauchs der untersuchten Leuchten


Die Verteilung der Farbtemperatur, der Farbwiedergabeindex, zeigt bei allen Leuchten mehrheitlich sehr gute Ergebnisse

Autor


Patrik Janett, dipl. Ing FH, BWI, ist Dozent und Projektleiter im Labor für Energieeffizienz und EMV am Institut für Photonics und ICT (IPI) der FHGR. Zudem ist er Gründer und Geschäftsleiter der Visio 11 GmbH und Präsident des Lehr- und Demonstrationskraftwerks Churwalden (SVLD)