Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
01.03.2019

Wirtschaftswachstum: Politische Faktoren bremsen die Schweizer Wirtschaft 2019

Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten Monaten deutlich an Dynamik verloren. Bremsend waren hierbei die zahlreichen politischen Stolpersteine wie Handelskonflikte, Brexit, Unsicherheit über STAF und das EU-Rahmenabkommen. Diese ungelösten Fragen werden 2019 sowohl den Welthandel als auch die Schweizer Wirtschaft weiterhin belasten. BAK rechnet für 2019 mit einem Schweizer BIP-Wachstum von 1.3 Prozent (bereinigt um Sportevents). Für 2020 wird eine Beschleunigung auf 1.6 Prozent prognostiziert.
Der Hauptgrund für die verhaltene Prognose für 2019 sind die zahlreichen politischen Belastungsfaktoren. Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat in den letzten Monaten die Weltwirtschaft ausgebremst. Zwar ist die jüngste Verschiebung der Frist für neue Zollerhöhungen ein positives Zeichen. Doch aufgrund der hohen Komplexität der Streitpunkte dürfte eine Lösung noch etwas auf sich warten lassen: Neben Zöllen liegen auch Themen wie Technologietransfer, Industriepolitik und Wechselkurse auf dem Tisch. Jedenfalls sind vorerst keine weiteren Zölle zu befürchten, was ab dem zweiten Halbjahr 2019 wieder zu einem etwas dynamischeren Welthandel beitragen kann.
Die Schweiz ist vom Zollstreit der USA und China ebenfalls betroffen, wenn auch nur indirekt. Die aktuelle Unsicherheit bremst vor allem die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und somit auch die Nachfrage nach Schweizer Investitionsgütern. Zudem schwächelt derzeit die Wirtschaft der Eurozone, was ebenfalls zumindest teilweise auf die politisch geprägten Unsicherheiten zurückzuführen ist. Daher dürfte auch der Franken im ersten Halbjahr weiter auf dem derzeitigen, recht starken Niveau verharren.
Positiv zeigt sich hingegen der Ausblick für den privaten Konsum. Der intakte Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt und die tiefere Inflation sorgen 2019 für Rückenwind. Die Kombination aus verhaltener Konjunktur, starkem Franken und tiefer Inflation spricht auch dafür, dass die SNB weiterhin die Negativzinsen beibehalten wird. Wir rechnen daher sowohl in der Schweiz als auch im Euroraum erst 2020 mit einer ersten Leitzinserhöhung.
Insgesamt prognostiziert BAK für 2019 somit ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 1.3 Prozent. Im Jahr 2020 erwartet BAK eine leichte Beschleunigung auf 1.6 Prozent, da die aktuellen Belastungsfaktoren allmählich in den Hintergrund treten werden. Damit wird die Schweiz im kommenden Jahr wieder in der Nähe des Potenzialwachstums liegen.
Die umfassenden Prognose-Tabellen werden am 11. März 2019 auf www.bak-economics.com veröffentlicht.