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WT 69 ersetzt R23 bei Tiefkälteanwendungen und reduziert das GWP um über 90%: Ausgabe 13/2019, 22.08.2019

Neues Standard-Kältemittel für ClimeEvent-Prüfschränke

Die nächste Stufe der EU-Kältemittelregulierung/F-Gase-Verordnung 517/2014 greift ab dem 1.1.2020. Bisher fehlen bei Tiefkälteanlagen zur Umweltsimulation Alternativen zum nur noch eingeschränkt erlaubten Kältemittel R23. Das neu entwickelte Kältemittel WT69 von Weiss Technik hat einen um über 90 % reduzierten GWP von 1357 und ist die ideale Lösung für Tiefkälteanlagen bis –70 °C.

Bilder: Weiss Technik

Das neue Kältemittel WT69 wird bis Ende  Jahr in allen kompakten ClimeEvent-Standard- Klimaprüfschränken mit einer Abkühlrate von 3 und 5 K eingesetzt werden. Ab 2020 werden auch Sondervarianten wie Vibrationsschränke und grössere Klimaprüfkammern mit Temperaturwechselraten bis 20 K umgestellt werden. Janko Förster, Leiter Produktmanagement Weiss Technik, erklärt dazu: «WT69 ist nicht einfach ein weiteres Kältemittel, sondern eine echte Innovation im Tiefkältebereich, die technologische, ökologische und wirtschaftliche Anforderungen gleichermassen optimal erfüllt und R23 damit ersetzt.»

WT69 wird unabhängig produziert und vertrieben
WT69 ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses von Weiss Technik im Verbund mit der Technischen Universität Dresden. Es wird von der Technischen Gase und Gastechnik GmbH TEGA unabhängig produziert und vertrieben werden. Dies erlaubt den sicheren und fachgerechten Umgang mit WT69 von der Produktion über die Abfüllung bis hin zu Vertrieb und Transport. Dabei wird WT69 frei am Markt verfügbar sein und kann auch in anderen Anlagen eingesetzt werden.

Chemische Grundlagen von WT69 Bei der Entwicklung von WT69 wurde zunächst untersucht, ob ein natürlich vorkommender Reinstoff alternativ zu R23 für die klima- technischen Anforderungen in Frage kam. Da dies nicht der Fall war, wurde geprüft, welche Verbindung von CO2 mit den Vorteilen von Kohlenwasserstoffen die Anforderungen erfüllt. Die gesuchte Mischung musste sehr tiefe Temperaturen erreichen, aber auch bei Temperaturen von mehr als 180 °C chemisch bzw. thermisch stabil sein. In diesem Zusammenhang mussten die Parameter Gefriertemperatur, Brennbarkeit und Dampfdruckkurve so optimiert werden, dass WT69 über den ganzen Temperaturbereich nicht brennbar oder explosiv ist und mit dem gleichen Systemdruck der bestehenden Anlagen betrieben werden kann. Diese Eigenschaften wurden über drei Jahre in mehr als 100 000 Teststunden in 20 Anlagenkonfigurationen bestätigt.

Alle Vorteile WT69 im Überblick
WT69 hat gegenüber R23 einen um mehr als 90 % reduzierten GWP (1357). Es ist unabhängig zertifiziert und erfüllt alle Anforderungen an ein zukunftssicheres Kältemittel für Anwendungen bis –70 °C. Alle Prüfprofile können auch weiterhin benutzt werden, die Ergebnisse bleiben vergleichbar. Als normales synthetisches Kältemittel sind keine Sicherheitsbetrachtung, separate Kühlung oder erhöhte Kältemittelmenge notwendig. WT69 ist zuverlässig verfügbar und hat keine ozonschädigende Wirkung. Es ist nicht toxisch (Sicherheitsdatenblatt freigegeben), nicht brennbar (A1/A1 durch ASHRAE freigegeben), nicht korrodierend und chemisch stabil. Marketingleiter Steffen Hönlinger fasst die Vorteile von WT69 wie folgt zusammen: «Wir freuen uns, mit WT69 einen neuen Branchen-Massstab im Bereich umweltschonender Tiefkältemittel zu setzen und wieder einmal Vorreiter für unsere Kunden zu sein. Es macht keine Kompromisse bei Performance, Anwendung und Wirtschaftlichkeit und sichert zuverlässig vergleichbare Prüfergebnisse.»

Infoservice
Weiss Technik AG
Brügglistrasse 2, 8852 Altendorf
Tel. 055 256 10 66, Fax 055 256 10 76
info.ch@weiss-technik.com, www.weiss-technik.com

 



Die Hauptfähigkeit des Klimaschranks, dem Prüfling Wärme zu entziehen, unterscheidet sich nicht zwischen R23 und WT69


Die Änderungsgeschwindigkeit der Temperatur ist bei WT69 bis unter –55°C besser als bei R23


Der Premiumklimaschrank ClimeEvent enthält jetzt WT69 als Ersatz zu R23

Kältemittelregulierung

Die Kältemittelregulierung für fluorierte Treibhausgase verschärft die Auflagen für Hersteller von Anlagen mit FKW-Kältemitteln deutlich und bedeutet neue Anforderungen für Betreiber von Bestandsanlagen hinsichtlich ihrer Prüf- und Dokumentationspflichten. Darüber hinaus wird sich R23 aufgrund der Quotenregelung weiter verknappen und verteuern. Als einer der weltweit führenden Spezialisten für Umweltsimulations-Prüfsysteme hat Weiss Technik diese Auswirkungen frühzeitig erkannt und mit der Entwicklung eines eigenen Kältemittels für Anlagen im Tiefkältebereich begonnen.