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Allgäuer Tüftler entwickeln mit Siemens-Technik automatisierte Cocktailmaschine: Ausgabe 09/2019, 31.05.2019

Wenn eine Simatic Cocktails mischt

Der Allgäuer Markus Settele und ein befreundeter Maschinenbauer, Paul Haggenmüller, haben eine mobile Cocktailmaschine entwickelt. Mit dem «Cocktailofant» lassen sich aus bislang 17 Zutaten binnen fünf Sekunden vollautomatisch Cocktails mischen. Dabei sorgt eine Simatic-Steuerung dafür, dass jeder Cocktail immer exakt den hinterlegten Rezeptvorgaben entspricht.

Bilder: Cocktailofant

Derzeit mixt eine Simatic aus aktuell 26 hinterlegten Rezepten alkoholische wie nicht alkoholische Cocktails. Der Barkeeper muss nur noch via Siemens-Touchpanel das gewünschte Mischgetränk auswählen. Abgesehen von der hohen Mischgeschwindigkeit sichert die Automatisierung mit Siemens-Technik, dass jeder Cocktail immer exakt den Rezeptvorgaben entspricht und so bis zu 4000 Gäste pro Tag beziehungsweise 12 000 Gäste pro Wochenende mit Mixgetränken versorgt werden können.

26 Rezepte für leckere Cocktails sind derzeit hinterlegt
«Ich bin gelernter Automatisierungstechniker und kam an der Technikerschule erstmals mit Siemens-Steuerungen in Berührung. Das Handling, der Aufbau und die Funktionen haben mich damals schon überzeugt, so dass von Anfang an feststand, dass ich den Cocktailofant (www.cocktailofant.de) mit einer Simatic ausstatten würde», schwärmt Settele. In der aktuellen Ausführung sind in der Steuerung 26 Rezepte der bekanntesten Cocktails hinterlegt. Dazu gehören zum Beispiel Cuba Libre, Lady Killer, Cosmopolitan, Pina Colada und Fruit Punch. Ein Klick auf ein SimaticBedienpanel und fünf Sekunden später ist der gewünschte Cocktail im Glas.
«Natürlich kann eine Simatic viel mehr als nur 26 Rezepte steuern, aber die getroffene Cocktail-Auswahl hat sich über die unzähligen Firmenveranstaltungen, Geburtstagsfeiern und Vereinsfesten hinweg bewährt», erklärt der Erfinder. Die Zutaten sind im Unterbau der Anlage in lebensmittelechten Flaschen und Kanistern untergebracht und werden von dort aus über Leitungen im richtigen Mischverhältnis ins Glas gefüllt. Der Cocktail wird also aus den insgesamt 17 verfügbaren Zutaten erst ganz frisch im Glas gemischt. «Nur so können wir sicherstellen, dass alkoholfreie Cocktails auch wirklich keine hochprozentigen Zutaten enthalten», so Settele. «Das ist uns sehr wichtig vor allem, wenn eine Veranstaltung auch von Kindern besucht wird, und diese ein Mischgetränk möchten.»

Kein ärgerlicher «Leerlauf» – Sensoren sei Dank
Um zu verhindern, dass eine Zutat leer wird und dann nicht mehr oder nur in ungenügender Menge im Glas landet, sind die Kanister mit Sensoren ausgestattet. Diese melden der Simatic, dass ein Produkt zur Neige geht. Damit ist gewährleistet, dass der Bediener den  Kanister rechtzeitig austauschen kann.

Jugendlicher Streich ist für die Namensgebung «verantwortlich»
Zugegeben, der aktuelle Cocktailofant sieht heute weit moderner aus als der erste Prototyp, dem Jugendliche bei einem Dorffest Elefantenohren anklebten. Aber dieser jugendliche Streich sorgte letztlich dafür, dass der Cocktailofant zu seinem prägnanten Namen kam. «Ich fand das damals sehr witzig», erinnert sich Settele, einer der Erfinder der Anlage. «Der Automat sah mit den Elefantenohren wirklich lustig aus und irgendwie wollten wir das aufgreifen. So kamen wir dann auch zum besagten Namen.» Und mal ehrlich, mit dem «Rüssel», aus dem die Zutaten für die Cocktails ins Glas gefüllt werden, erinnert die Anlage auch heute noch ein kleines bisschen an den Namensgeber. Zwischenzeitlich gibt es jedoch bereits sieben Cocktailofanten. Davon werden fünf von den beiden Allgäuern vermietet, zwei betreiben Franchise-Nehmer.

Steigende Nachfrage auch aus der Schweiz
Auf die Idee, eine Cocktailmaschine zu entwickeln, kam der Allgäuer Automatisierungstechniker bei einem Volksfest in der Nachbarschaft. Hier stand eine Maschine, die automatisch Cocktails ausschenken konnte. Jedoch waren die Cocktails schon vorab fertig gemischt. Settele war zwar von der Idee, aber nicht der Qualität überzeugt. «Ich war mir sicher, dass wir das besser machen können. Mit meinem Freund Paul Haggenmüller fing ich zuhause an zu tüfteln. Und nun ja, ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.» Der Erfolgt spricht für die Erfinder und ihre Cocktailmaschinen.

Cocktailkarte: 09_19.50.pdf

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industry.ch@siemens.com, www.siemens.ch/industry

 



Ob Volksfest, Messen, Hochzeiten, Geburtstags-/Vereinsfeiern oder Firmen-Events – immer mehr Veranstalter mieten die mobile Cocktailmaschine


Tüftler Markus Settele: «Im Unterbau der Anlage finden bis zu 17 unterschiedliche Zutaten Platz, aus denen die Simatic bis zu 26 verschiedene Cocktails mixt»