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Mit sensorbasierter Positionsbestimmung auf den Weltmarkt: Ausgabe 03/2019, 21.02.2019

Funkbasiertes Ortungssystem für GPS-freie Zonen

Das Dresdner Unternehmen Zigpos wurde 2011 von HTW-Professoren und -Absolventen der Elektrotechnik in Dresden gegründet. Ziel der Ausgründung in der Gründerschmiede der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) war es, eine Firma am Standort Dresden zu etablieren, die sich um die Weiterentwicklung interessanter Technologien rund um die Lokalisierung durch Funksignale beschäftigt.

Die Gründerschmiede der HTW bietet für Absolventen und Studenten eine sehr gute Chance, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen und Unterstützung am Anfang zu erhalten. «Neben Gründertreffen und interessanten Weiterbildungen kann man offene Fragen auch mit ehemaligen Gründern diskutieren. Heute sehen wir uns als Ehemalige und freuen uns, wenn wir die Gründerschmiede bei manchen Sachen unterstützen können», so Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos, ein Spin-off der HTW.

Sensorbasierte Positionsbestimmung mit Genauigkeit von 5 cm
Heute forscht das Zigpos-Ingenieurteam mit internationalen Partnern in EU-Projekten. Von der Gebäudeautomation bis zum autonomen Fahren werden hochgenaue Positions- und Sensordaten für smarte Objekte der IoT-Welt generiert. Die Zigpos-Entwickler designen Hardware, Software und schlüsselfertige Sensornetzwerke. «Globale Kunden schätzen unser agiles Engineering. Heute setzen namhafte Integratoren weltweit auf Zigpos-Technologie», sagt Erik Mademann. Zigpos beschäftigt sich mit der Realisierung von Positionsbestimmungs systemen für den Innen- und Aussenbereich. Das Echtzeitlokalisierungssystem von Zigpos ist ein drahtloses Sensornetzwerk, welches hoch genaue ortsbasierte Anwendungen in GPS-unzugänglichen Bereichen erlaubt. Das Funkortungssystem besteht aus mobilen und festen Sensorgeräten. Mini-PCs steuern das Netzwerk und stellen sowohl Anwendungen als auch Schnittstellen zentral zur Verfügung.
Durch einzelne Funkmodule (Fixpunkte), die im Abstand von bis zu 100 m aufgestellt werden können, grenzt der Anwender dreidimensionale Räume ab. Die Positionsbestimmung erfolgt durch Kommunikation mit einem variablen Messpunkt, der beliebig im abgegrenzten Raum bewegt werden kann. Das Auslesen und die Übertragung der Daten erfolgt mittels drahtloser Sensornetzwerke. Sensorbasierte Positionsbestimmungssysteme erreichen bislang eine Genauigkeit von 1 bis 2 m. Zigpos stellt sich der Herausforderung, eine Genauigkeit von 5 cm zu erreichen.

Auch Siemens nutzt Zigpos-Technologie
Die Anwendung ist denkbar einfach. Nachdem sich der Browser mit dem Gateway verbunden hat, lässt sich alles Wichtige identifizieren, orten und nachverfolgen. Es ist weder ein Programm noch eine App zu installieren. «So wird praktisch jedes mobile Endgerät zum individuellen Management-Cockpit», sagt Made- mann. Karten werden als Hintergrundbilder geladen und skaliert. Anker lassen sich per Drag & Drop platzieren. Smart Badges werden realen Objekten beispielsweise über Namen, Auftragsnummer, Bild oder optische Codes zugeordnet. «Ganze Flotten und riesige Bestände können so kategorisiert und verwaltet werden», so Mademann weiter. «Frei definierbare virtuelle Bereiche machen Engpässe sofort sichtbar. Durchlaufzeiten können bis auf Einzelteilebene analysiert werden.»
Zukünftig soll neben der reinen Positionsbestimmung auch die Verfolgung (Tracking) von Gegenständen und Personen innerhalb dreidimensionaler Räume möglich sein. Aktuell wurde ein Produkt entwickelt, dass auch für die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung eingesetzt werden kann. Der Einsatz ist beispielsweise in historischen Gebäuden möglich, da hier das Raumklima eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Bausubstanz spielt. Je nach Kundenwunsch können die Sensoren zusätzlich mit weiteren Funktionen ausgestattet werden, wie etwa mit Aktoren für die automatische Frischluftzufuhr.
Die Kunden von Zigpos kommen aber hauptsächlich aus dem Industriebereich mit Intralogistik, Produktion und Halbleiterfertigung. Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens das System zur Nachverfolgung im Shopfloor. Auch Foxconn als einer der weltweit grössten Hersteller von Elektronikprodukten setzt auf Zigpos-Technologie zur Umsetzung interner und externer Anwendungen im Bereich des Fertigungsumfeldes.

Mit F&E direkt zu neuen Produkten – Asien im Fokus
Die Entwicklung in Forschungsprojekten gibt Zigpos die Möglichkeit, sehr viele Innovatio nen zu testen und weiterzuentwickeln – und bei Erfolg direkt in neue Produkte einfliessen zu lassen. Die Mitarbeit in solchen Projekten erfolgt durch die gleichen Ingenieure, die sich auch um die Produkte kümmern, so dass das Gelernte auch indirekt schon in die Produkte eingeht. «Bei Neuerungen und erfolgreichen Projekten werden die Ergebnisse innerhalb unserer Roadmap direkt mit in die Produkte integriert, um weiter an neuen Innovationen forschen zu können», beschreibt Mademann das Vorgehen. Gerade der Smart Hub in Dresden biete einen idealen Weg zur Vernetzung von Innovationen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Für die Zukunft möchte die Zigpos-Mannschaft die Standardisierung von Lokalisierungsdiensten mitgestalten, um die technologische Weiterentwicklung und Nutzung voranzutreiben. Die Firma wird nach eigener Einschätzung in den nächsten Jahren weiter wachsen und ihre Produkte neben Europa verstärkt in Asien und Amerika vertreiben.

Infoservice
ZIGPOS GmbH
Räcknitzhöhe 35a, DE-01217 Dresden
Tel. 0049 351 6475 0085, Fax 0049 351 6475 0086
contact@zigpos.de, www.zigpos.de

 




CEO Erik Mademann: «Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens unser System zur Nachverfolgung im Shopfloor»


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