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Bedieneroberfläche erlaubt eine schnelle und intuitive Bedienung: Ausgabe 01-02/2019, 24.01.2019

Tektronix hat das Oszilloskop neu definiert

Mit den neuen Oszilloskopen der Serie 5 und 6 hat Tektronix frischen Wind in den Oszilloskopmarkt gebracht. Die Geräte stossen auf grosses Interesse und bieten neue Möglichkeiten in der Messtechnik, kombiniert mit einer laut Anbieter noch nie dagewesenen Benutzerfreundlichkeit. Der Beitrag zeigt, was sie können und worin sie sich unterscheiden.

Bilder: Tektronix

Rein äusserlich sehen MSO5 und MSO6 gleich aus, beide kommen im einheitlichen Design daher. Was sofort auffällt, ist das grosse, hochauflösende 15,6"-Display sowie die vielen Kanäle. Die grossen Unterschiede jedoch sind im Innern der Geräte zu finden. Doch zuerst die Gemeinsamkeiten der beiden Serien.
Grosser Bildschirm, kapazitive Touch-Steuerung, fortschrittliche UI
Die MSOs der Serie 5 und 6 haben einen kapazitiven 15,6"-High-Definition-Touchscreen (1920 × 1080 px). Neben diesem sehr grossen Display verfügen sie über eine fortschrittliche Bedienoberfläche, mit der der Anwender über Objekte direkt auf Funktionen zugreifen kann, statt durch Menüs navigieren zu müssen, um in weitere Menüs zu gelangen. Das Ergebnis ist eine schnellere und intuitivere Bedienung, zusammen mit beträchtlich mehr Platz für die Darstellung und Korrelation der Signale.
Die Reaktion, Schnelligkeit und Handhabung ist wie auf einem modernen Smartphone. Eine Applikation öffnet sich im Augenblick und ein Augendiagramm beispielsweise ist in Sekundenbruchteilen erstellt. Da der Anwender das Oszilloskop alternativ mit einer Maus und über konventionelle Bedienelemente auf der Frontplatte steuern kann, wird eine noch höhere Flexibilität erreicht. Auch über den Remotezugriff vom PC aus lässt sich das Scope bedienen, als würde man davor sitzen.

Hohe Vertikalauflösung dank 12-Bit-ADC und neuem High-Res-Modus
Die MSOs der Serie 5 beinhalten einen Frontend- Verstärker der nächsten Generation, der das Rauschen gegenüber anderen Oszilloskopen markant reduziert. Zudem kommen ein 12-Bit-Analog-Digital-Wandler (ADC) und ein neuer High-Res-Modus zum Einsatz, der eine branchenführende Vertikalauflösung (bis zu 16 Bit) ermöglicht. Diese Kombination von niedrigem Rauschen und hochauflösenden ADCs gewährleistet eine ausgezeichnete ENOB-Performance (Effective Number of Bits).

Bis zu 8 Analog- und 64 Logikkanäle
Standardmässig verfügt jeder Eingang über einen TekVPI+-Anschluss, der für alle analogen TekVPI-Tastköpfe und für BNC passt. Wird allerdings der neue TLP058-Logiktastkopf angeschlossen, verwandelt sich der analoge Eingang in 8 Digitalkanäle. Der Anwender kann so viele Logiktastköpfe hinzufügen, wie er benötigt, so dass 8 bis 64 Digitalkanäle möglich sind. Digitale Signale werden genau gleich wie analoge Signale abgetastet, getriggert und gespeichert, was die Handhabung ausserordentlich vereinfacht und flexibel macht.

User kann zwischen Linux- oder Windows-Betriebssystem wählen
Alle am Markt erhältlichen Oszilloskope basieren heute entweder auf einem dedizierten System oder auf einer Windows-PC-Plattform. Letztere erlaubt es dem Anwender, auch andere Programme auf dem Oszilloskop auszuführen. Jeder Ansatz hat Vorteile und Einschränkungen und viele Labore nutzen beide Arten, was zu Problemen führen kann, wenn der Anwender zwischen den Testplattformen hin und her wechseln muss.
Die MSOs beider Serien vermeiden dieses Problem, da diese Oszilloskope sowohl in einer dedizierten als auch in einer offenen Windows- 10-Konfiguration arbeiten können. Der Anwender kann einfach zwischen den beiden Umgebungen umschalten, indem er ein SSDLaufwerk einfügt oder entfernt, das ein lizenziertes Windows-10-Betriebssystem enthält.

Schnelle Signalerfassung – Fast Acquisition
Digitale Oszilloskope hatten lange den Nachteil gegenüber den analogen Vorgängern, dass sie über eine lange Blind- oder Totzeit verfügten. Das heisst, nachdem der Speicher einmal gefüllt wurde bzw. ein Signal erfasst wurde, brauchte das digitale Scope eine interne Verarbeitungszeit. Diese konnte mehrere Millisekunden betragen. Bei einem Signal von z.B. 1 μs, gingen so 99,9 % der Informationen verloren. Mit der Fast-Acquisition-Technologie erreicht das Scope nun bis zu 500 000 Erfassungen pro Sekunde (wfms/sec). Das entspricht einer enormen Reduktion der Blindzeit runter auf nur noch 1 μs. So verliert man fast keine Informationen mehr und es werden seltene Signalinhalte sichtbar.

Visuelle Triggerung
Der Trigger machte das Oszilloskop einst zu dem, was es heute ist. Die Triggermöglichkeiten wurden laufend erweitert und beinhalten heute folgend Trigger: Pulsbreiten, Runt, Logic, Window, Timeout, Rise/Fall time, Setup and hold oder Serial. Den richtigen Trigger zu wählen und ein komplexes Signal stabil darzustellen, ist aber auch mit den modernsten Scopes nicht immer einfach.
Eine neue und einfache Art zu triggern, ist der visuelle Trigger. Man sieht etwas und zeichnet darauf mit dem Finger oder der Maus eine Box. Sobald das Signal in die Box fällt, wird getriggert. Die Form und die Anzahl der Boxen lassen sich frei definieren. Auch können die Boxen auf verschiedenen Kanälen angelegt und verknüpft werden.

Optionale Erweiterungen
Alle Modelle können direkt ab Werk oder später im Feld mit einem 50-MHz-AFG (Arbitrary/ Function Generator), Digitaltastköpfen, einer erweiterten Aufzeichnungslänge von bis zu 250 MPunkten und bis auf die maximale Bandbreite erweitert werden. Die Geräte unterstützen die Decodierung und Triggerung von folgenden Protokollen: I2C, SPI, RS232/422/485/UART, SPMI, CAN, CAN FD, LIN, FlexRay, SENT, USB 2.0, Ethernet, I2S, LJ, RJ, TDM, MIL-STD-1553, ARINC 429. Viele weiter kommen demnächst hinzu.
Weiter bieten die Geräte Software für Jitter und Augendiagramme, Leistungsanalyse und serial compliance test für Ethernet, USB 2.0, Automotive Ethernet, MIPI D-PHY 1.2. Die Softwarepakete werden laufend erweitert.

Einige Features der MSO5-Serie
Die MSO5-Serie gibt es mit einer Bandbreite von 350, 500 MHz, 1 und 2 GHz jeweils mit 4, 6 oder 8 Kanälen. Die maximale Abtastrate ist 6,25 GSa/s und die Speichertiefe beträgt 62,5 MPunkte pro Kanal Standard. Die Geräte verfügen über 12-Bit-ADCs, welche im High- Res-Modus bis 16 Bit und noch 125 MSa/s betrieben werden können. Alle Spezifikationen gelten für alle Kanäle gleichzeitig. Beim 8-Kanal- Modell sind 64 Logikkanäle möglich und beim 4-Kanal-Modell entsprechend 32. Ausser der Anzahl Analogkanäle lässt sich alles inkl. Bandbreite später per Software nachrüsten.

Einige Features der MSO6-Serie
Die MSO6-Serie gibt es mit einer Bandbreite von 1, 2.5, 4, 6 und 8 GHz. Jedes Modell verfügt über 4 Kanäle. Die maximale Abtastrate ist 25 GSa/s und die Speichertiefe beträgt 62,5 MPunkte pro Kanal Standard. Die Geräte verfügen über 12-Bit-ADCs welche im High- Res-Modus bis 16 Bit und noch 625 MSa/s betrieben werden können. Alle Spezifikationen gelten für alle Kanäle gleichzeitig. Beim 4-Kanal- Modell sind 32 Logikkanäle möglich. Die Geräte lassen sich von 1 bis 8 GHz per Softwarecode jederzeit im Nachhinein upgraden. Das neue Frontend verspricht bis zu 75 % weniger Rauschen bei voller 8-GHz-Bandbreite und höchster Sensitivität von 1mV/div.

Tektronix hat das Oszilloskop neu definiert
Silvan Christ, Sales Engineer Linktronix: «Tektronix hat das Oszilloskop neu definiert. Das klingt zugegeben etwas überheblich. Aber wenn man die vielen positiven Feedbacks von Kunden, welche die Geräte getestet oder bereits im Einsatz haben, auswertet, kann ich diese Aussage nur bestätigen.»

Infoservice
Linktronix AG
Zürcherstrasse 66, 8800 Thalwil
Tel. 044 722 70 00, Fax 044 722 70 01
info@linktronix.ch, www.linktronix.ch



Rein äusserlich sehen das MSO5 und das MSO6 gleich aus – was so fort auffällt, ist das grosse, hochauflösende 15,6"-Display sowie die vielen Kanäle


Das grosse, hochauflösende Display erlaubt die Darstellung aller wichtigen Signale auf einen Blick


Die MSOs der Serien 5 und 6 haben einen grossen, kapazitiven 15,6»-High-Definition-Touchscreen