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Kamerabasierte Schutzsysteme von Pilz in Retrofit-Lösungen von Pegatec: Ausgabe 01-02/2019, 24.01.2019

Maschinensicherheit im Fokus

Mit dem Ziel einen hochflexiblen und kundenorientierten Maschinenservice in der Blechindustrie anzubieten, gründete Marcel Peter mit einem Partner 2009 die PEGAtec GmbH. Die Firma zeichnet sich durch eine schnelle Reaktionszeit gepaart mit langjähriger Erfahrung und Fachkompetenz aus. Seit fünf Jahren setzt Pegatec bei Retrofit-Lösungen für Abkantpressen kamerabasierte Schutzsysteme von Pilz ein.

Autor: Daniel Böhler

Bilder: Norbert Heim

Abkantpressen spielen in der Blechbearbeitung eine zentrale Rolle. Sie kommen zum Biegen von Blechtafeln in Einsatz. Die Verformung des Materials erfolgt durch ein von oben senkrecht geführtes Oberwerkzeug, den sogenannten Stempel, das auf einem beweglichen Pressbalken fixiert ist. Das zu verformende Blech liegt auf dem darunter liegenden starren Prisma oder Matrize mit V-förmiger Öffnung. Der Stempel drückt das Blech mit bis zu 10 000 t in die Matrize. Je nach Werkzeugform und Eintauchtiefe des Stempels biegt sich das Blech mit dem gewünschten Winkel. Typischerweise sind diese Arbeitstiere jahrzehntelang im Einsatz. Damit dem Maschinenbediener bei diesen riesigen Kräften nichts passiert, sind diverse Schutzeinrichtungen nötig.

Die Kosten für ein Retrofit sind überschaubar
Die Vorschriften für diese Einrichtungen basieren auf diversen Normen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter verschärfen – ganz im Sinne des Arbeitsschutzes. Zur Information: Abkantpressen unterliegen der C-Norm. Und hier kommt die Firma Pegatec ins Spiel. Marcel Peter, Geschäftsführer Pegatec: «Zum einen kommen zu uns die Kunden für reine Störungsbehebungen, zum anderen, weil sie ihre voll funktionstüchtige, oft alte Abkantpresse sicherheitstechnisch modernisieren wollen oder müssen. Wir bieten umfassende Retrofits an, die im Schnitt bei 15 000 Franken Systemkosten liegen.»
Verantwortlich für den sicheren Betrieb einer Abkantpresse ist immer der Geschäftsführer und nicht der Sicherheitsbeauftragte: «Unser Ansprechpartner ist daher immer der Chef.» Pegatec betreut vom Sitz in Reichenburg aus gemäss Marcel Peter zahlreiche Kunden in der Schweiz und im benachbarten Ausland. Im Rahmen von Störungsbehebungen, die Pegatec macht, fällt auf, dass weniger als die Hälfte der Maschinen sicherheitstechnisch betrachtet SUVA-konform sind. Sprich, das Potenzial für den nachträglichen Einbau von Sicherheitssystemen ist gross.

Lichtschranke, Laser-Lichtschranke, Kamerasystem
Laut Marcel Peter sind auf dem Markt diverse Schutzsysteme verfügbar, die alle ihre Daseinsberechtigung haben und diverse Vorund Nachteile besitzen: 

Lichtschranke: Grundsätzlich ist der Rückraum bzw. Innenraum an jeder neueren Abkantpresse rückseitig mit einer Lichtschranke oder zumindest einem Schutzzaun abgesichert. Sobald eine Person diesen Bereich betritt, schaltet die Maschine ab. Der Anwender muss die Absicherung dann auf der Rückseite der Maschine wieder freischalten und an der Steuerung bestätigen. 
Laser-Sicherheitssysteme: Sie überwachen den Biegevorgang bis zum Umschaltpunkt von der Vorlauf- in die Arbeitsgeschwindigkeit. Mit Erreichen der Arbeitsgeschwindigkeit von max. 10 mm/s wird das System ausgeschaltet, da sonst das zu biegende Material das Laserlicht unterbricht und die Sicherheitseinrichtung auslöst. Das Lasersystem bedarf funktionsbedingt einer sehr exakten Justierung, was bei häufi gen Werkzeugwechseln zu hohen Rüstzeiten führt. 
Optische Kamerasysteme:Diese Systeme erlauben die Überwachung von 2D- oder 3D-Bereichen und die Erfassung und Auswertung detaillierter Informationen über den Überwachungsbereich. Die Technologie erlaubt es, den Umschaltpunkt vom Vorlauf- in die Arbeitsgeschwindigkeit praktisch zu umgehen, um direkt mit der Vorlaufgeschwindigkeit bis knapp oberhalb des Werkstücks zu fahren, was schnellere Arbeitsabläufe zulässt.

Optische Kamerasysteme sind Favorit
Optische Kamerasysteme erfordern beim Einbau und beim späteren Umrüsten keine so exakte Justierung wie die laserbasierten Lösungen, was Zeit und Geld spart. Die Systeme erkennen optische Veränderungen im Arbeitsbereich z.B. durch Lichtbrechung. Diese Informationen werden durch ein Objektiv und einem Empfänger ermittelt, der Arbeitsbereich dazwischen wird so abgesichert. Auf der Suche nach einem kompetenten und zuverlässigen Anbieter für optische Sicherheitssysteme fi elen Marcel Peter die Produkte von Pilz positiv auf. So begann im Jahr 2014 eine kreative, wertvolle Zusammenarbeit. In engem Dialog mit Pascal Fischer, Verkaufsleiter Pilz Schweiz und CMSE, Certifi ed Machinery Safety Expert (TÜV Nord), kristallisierte sich aus dem grossen Pilz-Portfolio das speziell für Abkantpressen entwickelte PSENvip als ideales Produkt für Retrofi t-Lösungen heraus. Die kamerabasierten Schutzsysteme PSENvip sind mitfahrende Schutzeinrichtungen. Sie überwachen optisch den gesamten Abkantprozess. Installiert an der Oberwange erkennen sie selbst kleinste Fremdkörper im Schutzfeld zwischen Sende- und Empfängereinheit.

PSENvip ist einfach, flexibel und ideal für Retrofits
Pascal Fischer: «Unser PSENvip kam Ende 2007 auf den Markt und hat den bis dahin bekannten laserbasierten Systemen Konkurrenz gemacht.» Das PSENvip-System zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: 

  • höchste Sicherheit für Abkantpressen gemäss gängigster Sicherheitsnormen und nach EN 12622 
  • hohe Robustheit, resistent gegenüber Vibrationen 
  • bedienerfreundlich mittels integriertem Display (PSENvip) bzw. Inbetriebnahme über das Webinterface an der Abkantpressensteuerung (PSENvip 2) 
  • Kamera schaut parallel zum Abkantwerkzeug: PSENvip (vision parallel) 
  • optisches Verfahren mit grünem, sichtbarem LED-Licht: unempfindlich gegen Refl exionen, Fremd- und Streulicht und Vibrationen, ungefährlich für das Auge 
  • einfache und schnelle, softwareunterstützte Justierung und Werkzeugwechsel 
  • Long-Range-Variante zur Überwachung von Sonderpressen (Tandempressen) 
  • PSENvip 2: FAST-Funktionalität in der Auswerteeinheit Fast Analysis Unit integriert für kürzeste Abschaltzeiten und kürzesten Nachlaufweg des Abkantwerkzeugs 
  • Temperaturunterschiede machen der LEDbasierten Kamera nichts aus 
  • Reichweite 10 bzw. 18 m mit der PSENvip- 2-Variante 
  • mit einer Produktivvariante kann der Biegewinkel mit der Kamera erkannt und für den Biegeprozess verwendet werden 
  • sehr flexibel bei kundenspezifischen Anpassungen 
  • auch zur nachträglichen Umrüstung bestens geeignet (Retrofit) 
  • kein Unterhalt notwendig

Zufriedene Kunden und Partner
Sowohl Marcel Peter als auch Pascal Fischer sind mit der fünfjährigen Zusammenarbeit sehr zufrieden. «Wir machen zwischen fünf und zehn aller Retrofi ts im Jahr mit den Sicherheitslösungen von Pilz – speziell bei Kunden, die deutliche Produktivitätssteigerungen wünschen. Wir schätzen an Pilz speziell die kurzen Wege, den sehr guten Support und die Zuverlässigkeit der PSENvip-Systeme im Einsatz. Auch unsere Kunden profi tieren von dieser Situation, da sie einfach zu bedienende Top-Sicherheitstechnik zu attraktiven Konditionen erhalten.» Pascal Fischer ergänzt: «Pegatec gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich Abkantpressen und wir freuen uns sehr, dass Marcel Peter bei den Kameralösungen auf Pilz vertraut.»

Infoservice
Pilz Industrieelektronik GmbH
Gewerbepark Hintermättli, 5506 Mägenwil
Tel. 062 889 79 30, Fax 062 889 79 40
pilz@pilz.ch, www.pilz.ch

QUICK-Link : PSENvip-Video
www.polyscope.ch/2019/pilz

 



Abkantpresse mit PSENvip-System (von links): Pascal Fischer, Pilz, Raphael Stoop, Manuel Hausammann und Marcel Peter, alle PEGAtec


PSENvip ist das optimale, optische Kamerasicherheitssystem für Retrofi ts bei Abkantpressen