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Paolo Salvagno, B&R Schweiz, zum Eintritt des Unternehmens in den Vision-Markt : Ausgabe 06/2018, 11.04.2018

«Es gibt heute nichts Vergleichbares»

Eine der grossen Überraschungen an der vergangenen SPS IPC Drives war die Ankündigung von B&R, dass der Automatisierungsanbieter eine eigene Vision-Lösung bringt. Im Gespräch mit Paolo Salvagno, Geschäftsführer B&R Industrie-Automation AG, erfahren wir, welche Kundenvorteile sich durch die integrierte Vision-Lösung von B&R ergeben werden.

Bilder: B&R

Es gibt viele Anbieter von Vision-Systemen am Markt. Aus welcher Motivation heraus steigt B&R in das Thema ein?

Paolo Salvagno: Industrie 4.0 wird ohne Machine Vision nicht umsetzbar sein. Die Integration von Vision wird zur Steigerung von Qualität und Produktivität bei modernen Maschinen und Anlagen führen. Derzeit gibt es noch ein grosses Problem für die Anwender: Maschinenautomatisierung und Vision sind zwei getrennte Welten. An dieser Stelle setzen wir an. Unsere Lösung bringt beide Welten zusammen und Machine Vision wird nahtlos in die Maschinenautomatisierung eingebunden.

Was bedeutet diese Integration für den Anwender?

Salvagno: Integration ist der Schlüssel für erfolgreiche Automatisierung. Das hat uns in der Vergangenheit stark gemacht und was noch wichtiger ist: Es hat unseren Kunden grosse Vorteile beschert. Beispiele dafür sind unter anderem die Integration von CNC oder Robotik. Aber auch Safety und webbasierte Maschinenvisualisierung gehören dazu. Alle diese Technologien und viele weitere Funktionalitäten sind integraler Bestandteil des B&R-Systems. Unsere Kunden brauchen keine speziellen Engineering-Tools, keine gesonderten Programmiersprachen und keine unterschiedlichen Wartungs-Tools für eingebundene Technologien: Alles ist vollständig im B&R Automation Studio integriert! Da keine Schnittstellen und Gateways nötig sind, profitiert der Anwender von extrem kurzen Reaktions- und Zykluszeiten sowie bestmöglicher Synchronisation. Das ist meines Wissens mit herkömmlichen Methoden nicht erreichbar.

Was bedeutet das konkret für das Thema Vision?

Salvagno: Wir werden Kameras, Beleuchtung und Softwarefunktionen anbieten. Die nahtlose Integration dieser Komponenten in das B&R-Automatisierungssystem ergibt eine Lösung mit einigen technologischen Highlights. Der SPS-Programmierer wird in Zukunft eine Vision-Aufgabe ganz selbstverständlich mit einer B&R-Smart-Camera lösen können. Das Engineering-Tool kennt er bereits. Und genauso natürlich wie heute Achsen synchronisiert werden, werden Bildeinzug und Trigger für die perfekte Lichtansteuerung der Kamera einfach werden. Fliegende Produktwechsel mit automatischen und taktsynchronen Parameterwechseln für Kamera und Licht werden beherrschbar. Es gibt heute nichts Vergleichbares am Markt. B&R Machine Vision wird das Auge der innovativen Anlage!

Wo sehen Sie Anwendungen für Ihre Vision-Lösung?

Salvagno: Das Anwendungsspektrum für unser Vision-System ist sehr breit. Es reicht vom relativ einfachen Lesen eines Barcodes über OCV und OCR bis hin zu anspruchsvollen Aufgabenstellungen wie bei der Produktion von Pharmazeutika, in Druckmaschinen oder bei der Textilherstellung. Die diversen Kameramodelle sind nahtlos skalierbar und basieren auf derselben Technologie. So können unterschiedliche Maschinenvarianten mit verschiedenen Ausbaustufen des Vision-Systems geliefert werden. Die Software dazu erstellt der Maschinenbauer nur einmal – unabhängig davon, welche Hardware letztendlich eingesetzt wird. Da die Applikation auch auf der Steuerung gespeichert ist, geht nichts verloren, wenn die Kamera im Servicefall getauscht wird. 

Infoservice

B&R Industrie-Automation AG
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Paolo Salvagno: «B&R Machine Vision wird das Auge der innovativen Maschine und Anlage»