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«Networking hilft uns beim Know-how- Transfer»

Die industrielle Bildverarbeitung ist ein sehr anspruchsvolles Gebiet, das umfangreiche Kenntnisse in verschiedenen Disziplinen erfordert. In der Sektion 46 des swissT.net «Vision Systems» haben sich Branchenvertreter gefunden, um den Markt besser bearbeiten zu können. Das Gespräch mit Dr. Hans Grossmann, VR-Präsident Compar AG und Präsident a.i. der Sektion 46, gibt Einblick in die Sektion, die Aktivitäten und den Markt

Skizzieren Sie bitte kurz Ihre berufliche Situation und Funktion im swissT.net

Hans Grossmann: Digitale Bildverarbeitung und visuelle Erkennung haben mich seit je her fasziniert und das ist auch heute noch so, nachdem ich die Geschäftsführung der Compar AG nach über 30 Jahren in jüngere Hände geben durfte. Heute bin ich noch unterstützend und als VR-Präsident für die Firma tätig. Die Sektion 46 «Vision Systems» des swissT.net feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Als Mitgründer der Sektion war ich viele Jahren deren Präsident und bin aktuell wieder deren Präsident a.i., hoffe aber, dieses Amt nun bald in jüngere Hände übergeben zu können.

 

Die Sektion 46 «Vision Systems» des Fachbereichs 3 «Industrie-Automation» umfasst 16 Mitglieder. Aus welchen Bereichen kommen diese und wie sehen die Aktivitäten aus?

Grossmann: Die Industrielle Bildverarbeitung ist heute eine «reife» Technologie und der Markt hat sich entsprechend segmentiert. Dies manifestiert sich auch bei der Zusammensetzung unserer Mitglieder. Sie sind Hersteller von Komponenten und Systemen, Handelshäuser, Entwicklungsfirmen, Hochschulen und Anbieter von Komplettlösungen. Wir treffen uns drei Mal pro Jahr, um uns auszutauschen und aktuelle Themen zu behandeln. Hinzu kommen Vorbereitungen und die Durchführung von Fachtagungen und Messen. Beispiele sind die Fachtagung «Robotic & Vision », die wir letzten April gemeinsam mit der Sektion 42 «Robotics & Systeme» durchgeführt haben – die nächste Fachtagung ist in Vorbereitung. Die Auswertung der Marktstatistik, die auf vertraulich gemeldeten Daten beruht und in anonymisierter Form den Mitgliedern zur Verfügung steht, liefert Informationen zu Marktvolumen und Marktentwicklungen.

 

Welche Rolle spielt das Networking?

Grossmann: Eine ganz zentrale, es dient u.a. dem Know-how-Transfer mit dem Ziel, Markttendenzen zu erkennen, sich über neue Technologien zu informieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Möglichkeiten und Nutzen der industriellen Bildverarbeitung werden potenziellen Kunden und einer breiten Öffentlichkeit aufgezeigt. Unsere Mitglieder profitieren von der Erhebung der Marktzahlen in der Schweiz und der Erfassung von weltweiten Markttrends.

 

Stichwort Markt: die derzeitigen Hypes Smart, IoT und Industrie 4.0 müssen Ihrer Branche ja Flügel verleihen. Inwiefern trifft dies zu?

Grossmann: Das Stichwort Digitalisierung erhält heute viel Aufmerksamkeit. Für Firmen im Vision-Bereich ist dies überhaupt keine disruptive Entwicklung sondern evolutionär, unsere Technologie ist praktisch immer angebunden oder eingebunden in die IT-Umgebung der Firmen, Konnektivität und Flexibilität haben unsere Lösungen immer ausgezeichnet. Neben den bewährten Anwendungen wie berührungslose Dimensionsmessung, Druckbildinspektion, Codelesung oder Robotersteuerung verleihen Entwicklungen in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz – Deep Learning –, der Embedded Systeme z.B. selbstfahrende Automobile oder der 3DErkennung in der Robotik unserer Branche zusätzlich eine starke Dynamik.

 

Wie teilt sich Ihr Geschäft in Retrofit und Neuinstallation auf?

Grossmann: Nach meiner Erfahrung arbeiten einmal installierte und validierte Visionsysteme über viele Jahre hinweg sehr zuverlässig. Vielleicht ist die Einführung eine Herausforderung, aber dann werden die Systeme in der Regel erst ersetzt, wenn auch die Maschinen und Anlagen ihr Alter erreicht haben. Und dann setzt man natürlich auf neue Technologien, profitiert von mehr Computerleistung, neuen Entwicklungen bei Kameras und Beleuchtungen und integriert die Systeme in die aktuelle IT-Umgebung. Von daher profitiert man zwar von Erfahrungen mit bestehenden Anlagen, aber setzt diese in neuen um.

 

Was erwarten Sie von der VISION in Stuttgart und gibt es eine gemeinsame Aktivität zur Messe, wie Busfahrt, Stand o.ä.?

Grossmann: Die VISION in Stuttgart gilt als die Leitmesse in unserer Branche – weltweit. Hier werden die neusten Kameras, Systeme und Software gezeigt. Die Messe bemüht sich auch um das Aufzeigen von innovativen Lösungen, in dem sie eine «Integration Area» geschaffen hat. Die Aussteller aus der Schweiz präsentieren sich allerdings unabhängig voneinander. Dies hat vor allem damit zu tun, dass wir in unserem Kreis einerseits internationale Firmen haben, deren Schweizer Niederlassung nicht eigenständig auftritt, und andererseits Firmen und Institutionen haben, die sich voll auf den Schweizer Markt konzentrieren. Die heterogene Zusammensetzung unserer Mitglieder macht unsere Sektion interessant, schränkt die Möglichkeiten für gemeinsame Auftritte aber auch ein. Der Weg nach Stuttgart ist nicht weit, und wir dürfen immer viele Besucher aus der Schweiz an unseren Ständen begrüssen.

 

Infoservice

Compar AG

Rietbrunnen 44, 8808 Pfäffikon

Tel. 055 416 10 60, Fax 055 416 10 61

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