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automatica 2018 – Wachstum in allen Bereichen : Ausgabe 10/2018, 13.06.2018

Die automatisierte Produktion im Fokus

Die automatica, Leitmesse für intelligente Automation und Robotik, findet vom 19. bis 22. Juni 2018 in München statt. Über 800 Aussteller, davon rund 50 aus der Schweiz, zeigen ihr Angebot aus den Bereichen Robotik, Montageanlagen, industrielle Bildverarbeitungssysteme und Komponenten. Die Besucher aller Industriebranchen finden zukunftsweisende Lösungen, um ihre Produkte effizienter herzustellen.

Laut der International Federation of Robotics (IFR) ist der globale Robotikumsatz in 2016 um 18 % auf 13,1 Mrd. Dollar gestiegen. Die Zahl der verkauften Roboter lag 2016 somit bei 294 312 (+16 % verglichen zu 2015). Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation, sieht ein enormes wirtschaftliches und gesellschaftliches Potenzial: «Es ist kein Zufall, dass die Robotik und Automation boomt: Sie ist die Triebfeder für die digitale, vernetzte Produktion mit höherer Produktivität und gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit. In der Smart Factory bleibt der Mensch im Mittelpunkt und arbeitet eng mit den Maschinen zusammen. Arbeitsplätze werden effizienter, ergonomischer und attraktiver.»

Gemäss World Robotics Report 2017 stellt die durchschnittliche globale Roboterdichte von 74 Einheiten pro 10 000 Mitarbeiter (2015: 66 Einheiten) einen neuen Rekord dar. Im internationalen Vergleich liegt Europa mit 99 Einheiten an der Spitze, gefolgt von Amerika mit 84 und Asien mit 63 Einheiten.

Wie schnell heute wegweisende Robotikentwicklungen den Weg von der Messe- in die Fabrikhalle finden, beweist KLARA. Der kollaborative Roboter von Universal Robots arbeitet in der Audi-Montage ohne Schutzzaun Seite an Seite mit Menschen. Die «Klebstoffapplikation mit Roboter Assistenz», kurz KLARA, leistet wertvolle Unterstützung beim Einbau von CFK-Dächern in das Audi RS 5 Coupé.

Von der Messe- in die Fabrikhalle

Auf der automatica werden die Themen Cobots und Mensch–Roboter-Kollaboration bei Roboterherstellern aus aller Welt im Mittelpunkt stehen. Wie weit die fortschrittlichsten Ansätze hier greifen, beweist KUKA unter dem Motto «industrial intelligence 4.0 beyond automation».

KUKA hat mit dem LBR iiwa die Basis für die sensitive und sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine gelegt. Künftig soll der Roboter aber nicht mehr nur im industriellen Umfeld assistieren, sondern sich zum alltäglichen Begleiter des Menschen entwickeln. Dazu müssen alle Schnittstellen vereinfacht werden – ob für Programmierung, Inbetriebnahme, Bedienung, Analyse oder Service. Auf der Messe zeigt KUKA neue Lösungen, die den Bereich der Cobots für indus­trielle wie allgemeine Anwendungen abdecken.

Smart Production und Scara-Weltpremiere

Mit einem bunten Mix an Neuheiten reist Stäubli nach München. Auf dem Messestand demonstriert der Schweizer Aussteller seine Vorstellung einer digital vernetzten Produktion. «Tatsächlich scheuen wir für die automatica keinen Aufwand und zeigen in einer Smart-Production-Linie, wie Roboter und mobile Robotersysteme in direkter Interaktion mit Menschen im Industrie 4.0-Verbund Komponenten für Werkzeugwechselsysteme produzieren. Damit beweisen wir, dass sich mit Stäubli-Lösungen Produktionsszenarien der Zukunft bereits heute abbilden lassen», so Stäubli-Robotics-Chef Gerald Vogt.

Fabrik von morgen und weitere Trendthemen

Die Fabrik von heute und morgen, die individuelle Lösungen zwischen Vollautomation und manueller Arbeit erfordert, steht auch bei Fanuc im Mittelpunkt des Messeauftritts. Dabei spielen zuverlässige Komponenten, gut durchdachte Konzepte und zukunftsorientierte Datenstrukturen gleichermassen starke Rollen. Die automatica bietet mit ihrem Konzept eine sehr gute Gelegenheit, die Einflussfaktoren detailliert und übersichtlich zu präsentieren. Wichtige Begriffe dabei: FIELD/Internet of Things, kollaborative Roboter, Deep Learning.

«In München zeigen wir zusammen mit verschiedenen Partnern anhand von praxisnahen Applikationen unsere Vorstellung von Fabrikautomation. Im Rampenlicht stehen unsere neue Scara-Serie, alle kollaborativen Roboter sowie weitere einzigartige Robotermodelle wie der Weltrekordhalter M-2000iA», so Ralf Winkelmann, Geschäftsführer Fanuc Deutschland.

Mit den Trendthemen digitale Transformation in der Fertigung, Mensch–Roboter-Kollaboration und Servicerobotik leistet die automatica einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung von Arbeit 4.0 – da, wo der Mensch mehr Verantwortung denn je trägt. Diese Themen werden auf der Messe erlebbar und konkret.

Die Digitalisierung in der Fertigung schreitet rasch voran

Durch die Simulation von Maschinen und Anlagen verschmelzen die virtuellen und realen Produktionswelten. Somit ist die Teilnahme von Siemens, einem der führenden Indus­trie-4.0-Lösungsanbieter, ein Meilenstein in der inhaltlichen Weiterentwicklung der automatica. Ralf-Michael Franke, CEO Factory Automation bei Siemens, betont: «Auf der automatica wollen wir vor allem aufzeigen, wie Industriebetriebe jeder Grösse vom digitalen Wandel profitieren können – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Weiterhin zeigen wir anhand konkreter Lösungsangebote die Integration von Robotik im Maschinenbau.»

IT goes automatica

Die Digitalisierung als Hauptfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Erfolg ist längst erkannt. Mit einem eigenen Themenbereich IT2Industry spannt die automatica den Bogen von Robotik und Automation über Informationstechnologie bis zu Cloud Computing und Big Data. In einem ITK-Ausstellungsbereich sowie dem IT2Industry-Forum werden diese hochrelevanten Inhalte angeboten. Begleitend findet der OPC Day Europe 2018 wieder im Rahmen der automatica statt.

Wissen für Anwender und Experten

Wertvollen Know-how-Transfer bietet das automatica-Forum. Von der Vision bis hin zur konkreten Umsetzung in der Praxis: Vorträge und Diskussionen spiegeln aktuelle Branchentrends und Zukunftsszenarien wider. Die weltweit führende Robotik-Konferenz International Symposium on Robotics (ISR) 2018 findet von 20. bis 21. Juni im Rahmen der automatica statt. Über 150 Vorträge geben Einblicke in die «State-of-the-Art»-Robotik-Technologien.

EU-Projekte, Servicerobotik, Startups und Makeathon

Die Halle B4 wird zum Innovations- und Zukunftsplatz der Fachmesse. Neben der IT2Industry werden die neuesten Entwicklungen in der Servicerobotik live und greifbar gezeigt. Mit ROBOTT-NET und European Robotics Challenge (EuRoC) präsentieren sich zwei europäische Projekte. Zudem bieten der Makeathon und die Ausstellungsfläche für Startups einen zentralen Treffpunkt für die Nachwuchsförderung und Jungunternehmer aus der Robotik und Automatisierung. 

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Der Zweiarm-Roboter YuMi von ABB eröffnet neue Potenziale bei der Mensch–Roboter-Kollaboration in der Kleinteilmontage


In sechs Messehallen mit insgesamt 66 000 m2 Fläche kann man die führenden Hersteller und Anbieter der intelligenten Automation und Robotik treffen