Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
19.06.2017

B&R – Ausbau des Entwicklungsstandortes Frauenfeld

Das von 350 auf 1500 m2 erweiterte und neu ausgebaute Entwicklungscenter von B&R in Frauenfeld wurde nach den neusten Erkenntnissen der „Next Office“ Studien geplant und realisiert. Next Office orientiert sich an den Vorteilen von Activity Based Working (ABW). Kreativität entsteht oft im informellen Gespräch. Die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, das spontanen Austausch ermöglicht, ist daher eine perfekte Möglichkeit zur Förderung eines kreativen Klimas. Alle Menschen schätzen ein angenehmes und inspirierendes Umfeld. Analysen zeigen, dass Design eine noch weitaus grössere Rolle als bisher angenommen spielt. ABW ermöglichte es uns eine neue Berechnung zu erstellen: Nicht m2 pro Arbeitsplatz sondern m2 pro tatsächlich anwesendem Mitarbeiter.
Der Standort Frauenfeld für die Hardwareentwicklung wurde im Jahr 2011 mit drei Personen gegründet. Heute umfasst das Team bereits 21 Personen. Im April durften nun alle in die neuen Räumlichkeiten umziehen. Es entstanden in Rekordzeit (3 Monate Bauzeit!!!) 40 hochwertige Arbeitsplätze für die Hardwareentwicklung im Bereich der  Leistungselektronik und für die Softwareentwicklung.
In einem gut Vorbeiteten Projekt wurden die Prozesse, Anwesenheitszeiten und Belegungsprozente und Art und Konzentrations-Intensität der Arbeiten der verschiedenen Arbeitsbereiche/Abteilungen der Firma B&R Schweiz analysiert und die Analysedaten flossen dann in die professionelle Planung der neuen Büroumgebung ein. Interessant ist zum Beispiel dass die Belegungsrate über ganz B&R CH gesehen für den eigenen Arbeitsplatz nur gerade 55 % beträgt. Wir haben uns aber trotzdem entschieden, die persönlichen Arbeitsplätze zu erhalten, dies aus verschiedenen Überlegungen heraus. So zum Beispiel: Weil die Hardwarentwickler an ihrem Arbeitsplatz viel Hardware herumstehen haben, was die Elimination von persönlichen Arbeitsplätzen erschweren würde.
Die neuen Räumlichkeiten bieten den Rahmen für eine neue Art den Arbeitsalltag zu bewältigen. Stockt zum Beispiel gerade der Arbeitsfluss, so kann man sich schnell in die Lounge zurückziehen oder einfach auf die Galerie hochgehen und sich neu sortieren. Wände wurden weitestgehend, wenn es die Akustik zuliess weggelassen und um das Grossraumbürofeeling zu umgehen wurde mit unkonventioneller Aufteilung von Doppelböden und Flächen, innenarchitektonisch gearbeitet.
Die Denk- und Rückzugszonen für verschieden intensive Denktätigkeiten und Projektgruppenmeetings stehen nicht nur den F&E Mitarbeitern zur Verfügung sondern auch dem Rest der Mannschaft von B&R Schweiz in Frauenfeld. Unsere Zeit hat sich geändert und auch unsere Art zu arbeiten ändert sich B&R Schweiz bietet mit den neuen Räumlichkeiten, die Arbeit kreativ und individuell zu erledigen. Was zählt ist der Output am Ende des Tages.
In den nächsten zwei Jahren bestehen nebst dem Plan, die Automation Academy auszubauen noch andere Ideen und Ausbaupläne bei B&R Industrie-Automation AG in Frauenfeld und in Biel.

Fragen und Antworten zur Übernahme von B&R durch ABB
B&R wird zwar von ABB übernommen, wird jedoch mit der bisherigen Mannschaft, als eigenständiges Unternehmen weiterbestehen, dass seine Entscheidungen selbständig trifft. Auch für unsere Kunden ändert sich nichts. Die Ansprechpartner bleiben bestehen. Mittel- und langfristig werden unsere Kunden davon profitieren, dass wir Ihnen mit ABB an unserer Seite ein noch breiteres Produktportfolio anbieten. Man denke zum Beispiel an die Robotik und an die Digitalisierungsplattform ABB Ability, die hervorragend zu unseren Produkten passt.
Das mittelständische Unternehmen B&R passt wunderbar zum Weltkonzern ABB. Bereits die ersten Kontakte haben gezeigt, dass die Firmenkulturen von B&R und ABB sehr gut harmonieren. Im täglichen Geschäft bleibt B&R ein dynamisches, kundenorientiertes und flexibles Unternehmen. Wir werden unsere Kunden weiterhin mit innovativen Lösungen begeistern. Im Hintergrund unterstützt uns der Weltkonzern ABB mit hoher Investitionsbereitschaft und globalem Marktzugang.
Auch das  weltumspannende Vertriebs- und Supportnetz das die Kundennähe, auf die B&R so grossen Wert legt ermöglicht bleibt erhalten. Unser Erfolg basiert auf zwei Säulen: Auf der einen Seite die technische Innovation und auf der anderen Seite die sehr enge Verbindung zu unseren Kunden. Wir behalten unsere Niederlassungen in der ganzen Welt und werden diese weiterhin ausbauen. Die lokalen Einheiten bleiben ein wichtiger Teil von B&R.
Was passiert mit dem Hauptsitz in Eggelsberg?
B&R wird die Produktionskapazitäten und auch die Büroflächen weiter ausbauen, um auch infrastrukturell mit dem Wachstum Schritt halten zu können. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Hans Wimmer bleibt der Geschäftsführer von B&R und wird mit den gleichen Management-Teams und dem gleichen Mitarbeiterstamm weiterarbeiten. Schließlich sind es die Mitarbeiter, die die Erfolgsgeschichte von B&R erst möglich gemacht haben.
Was geschieht mit den Überschneidungen des Produktportfolios von ABB und B&R?
Die Ergänzung des Portfolios ist für unsere Kunden, die vermehrt auf Gesamtlösungen und Belieferung durch einen Partner setzen, eine großartige Bereicherung. Dort wo es kleine Überlappungen gibt, werden wir in enger Abstimmung mit allen Bestandskunden nach dem Abschluss der Übernahme, dem sogenannten Closing, eine Strategie ausarbeiten und umsetzen. Die Fortführung der laufenden Geschäfte und die lückenlose Belieferung aller Kunden stehen dabei stets im Vordergrund. Bereits festgelegt wurde, dass die ABB-Teams für die Bereiche Steuerungen (SPS) und Servoantriebstechnik in die B&R-Organisation integriert werden.
Wie sieht es im Bereich Prozessautomatisierung aus?
Steht das B&R-Produkt APROL nicht in Konkurrenz zur Prozessleittechnik von ABB? APROL wird seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich der Fabrikautomatisierung eingesetzt und daran wird sich auch nichts ändern. Die ABB-Leittechnik-Produkte hingegen kommen bei großen Prozessautomatisierungsaufgaben zur Anwendung. Wie die Verbindung der Lösungen aussehen kann, gilt es zu prüfen, das hat allerdings keine hohe Priorität, weil aktuell die Produkte beider Unternehmen am Markt.
Die nächsten Schritte bei B&R: Höhere Produktionskapazität und Ausbau der F&E-Standorte
Um für die stetig steigende Nachfrage nach B&R-Produkten gerüstet zu sein, erhöht das Unternehmen am Hauptsitz in Eggelsberg die Produktionskapazität für Leiterplatten um 20 Prozent. Der Standort Gilgenberg – wenige Kilometer vom Hauptsitz in Eggelsberg entfernt – wird ebenfalls erweitert. Dort baut B&R eine mechatronische Fertigung auf. Erweitert und modernisiert wird auch das Salzburger Entwicklungsbüro von B&R. Dort entstehen 50 zusätzliche, hochwertige Arbeitsplätze für die Entwicklung von industriellen Kommunikationstechnologien, Robotik und Steuerungstechnik und wie bereits erwähnt unser Frauenfelder Entwicklungsbüro wo in Zukunft zu den jetzigen rund 20 Entwickler in der Leistungselektronik und Softwareentwicklung nochmals 20 Entwickler eingestellt werden sollen.

www.br-automation.com

 



Das von 350 auf 1500 m2 erweiterte und neu ausgebaute Entwicklungscenter von B&R in Frauenfeld wurde nach den neusten Erkenntnissen der „Next Office“ Studien geplant und realisiert