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Leitungseinführung à la Icotek bei Schaltschränken in staubiger Umgebung : Ausgabe 08/2017, 10.05.2017

Niemand will Wasser, Staub und Schmutz in seinem Schaltschrank

Ein nicht unerheblicher Anteil der Schaltschrankausfälle ist auf zu starke Verschmutzung zurückzuführen. Denn der Kamineffekt der Kühlung saugt nicht nur frische Luft an, sondern auch Staub – und was sonst noch auf dem Boden liegt. Icotek, ein Hersteller von Kabeleinführungssystemen, zeigt Beispiele, wie sich dieses Problem vermeiden lässt.

Autor: Hubert Jahnke, Produkt Manager, icotek GmbH, Eschach

Bilder: Icotek

Viele in einen Schaltschrank eingebaute Komponenten erzeugen Wärme. Weil warme Luft nach oben steigt und meist weder Schaltschrank noch Kabeleinführungen am Schaltschrankboden ganz dicht sind, entsteht ein Kamineffekt und von unten fliesst frische Luft in den Schaltschrank. Ist diese Luft, die regelrecht eingesogen wird, durch Staub verunreinigt, wird dieser im Schaltschrank verwirbelt.

Eine dichte und einfach installierbare Kabeleinführung schafft Abhilfe

Es gibt zahlreiche Kabeleinführungssysteme für die unterschiedlichsten Anforderungen. Für vorkonfektionierte Leitungen eignen sich beispielsweise Systeme, die entsprechend der Norm EN 60529 nach IP54 bzw. IP65 als auch nach UL 50E auf NEMA type 12 bzw. NEMA type 4X zertifiziert wurden. Zahlreiche Ausführungen sind, sowohl vom erforderlichen Ausbruchmass als auch von den Bohrbildern, identisch mit den Massen von schweren Steckverbindern bzw. metrischen runden Ausbrüchen. Mit den teilbaren Systemen können Leitungen von 2 bis 65 mm Durchmesser eingeführt werden. Vorteil vieler dieser Systeme ist, dass die geführten Leitungen nicht nur abgedichtet, sondern gleichzeitig zugentlastet werden.

Für nicht vorkonfektionierte Leitungen sind nicht teilbare Systeme, die nach Norm EN 60529 mit IP54, IP65, IP66, IP67 und IP68 und nach UL 50E mit NEMA Type 12 und 4X zertifiziert sind, erhältlich. Auch bei diesen Systemen entsprechen sehr viele Ausführungen den Normausbrüchen für schwere Steckverbinder, aber auch für metrische Ausbrüche von M25 bis hin zu M85. Mit den nicht teilbaren Systemen können Leitungen von 1,5 bis 115 mm Durchmesser eingeführt werden.

Ob teilbares System oder nicht teilbares System: Die Kabeleinführungsrahmen lassen sich beliebig an Gehäusen, Klemmenkästen, Kompaktschränken, Schaltschränken oder direkt an der Maschine montieren.

Abdichtung mit Moosgummi?

Schaltschränke sind im Bodenbereich meist ähnlich aufgebaut. Standardmässig sind werkseitig angebrachte Bodenbleche befestigt. Für die Kabeleinführung werden häufig sogenannte Moosgummiprofile angebracht zwischen denen die Leitungen geführt und abgedichtet werden sollen. Das Problem ist, dass Moosgummi nicht unbedingt ein geschlossenporiges Material ist, und somit nicht zwingend dicht ist. Führt man innerhalb einer Moosgummieinführung mehrere Leitungen, zudem noch mit unterschiedlich grossen Kabeldurchmessern, so kann von Dichtigkeit keine Rede mehr sein. Die Moosgummiprofile sind nicht so flexibel, als dass sie sich um die Kontur der Leitungen schmiegen können. Die Folge ist, dass sich offene Stellen zwischen und um die einzelnen Leitungen zeigen.

Kabeleinführung nachträglich ändern oder via Schaltschrankdecke legen

Speziell für Schaltschrankböden bietet beispielsweise Icotek mehrere Systeme zur Auswahl an. Für die nachträgliche Installation bei laufendem Betrieb eignen sich die Kabel­einführungsrahmen KDR2 und KDR-ESR, auf die die teilbaren Kabeleinführungssysteme montiert werden können. Hier wurde penibel darauf geachtet, dass der Anwender keine Blecharbeiten durchzuführen hat. Die Systeme werden montagefertig geliefert. Wichtige Kriterien bei einer Nachrüstung sind die Passgenauigkeit und dass die Umrüstung möglichst ohne Abklemmen der Leitungen, also bei laufendem Betrieb erfolgen kann, denn Produktionsausfall ist immer teuer. Mit den Systemen KDR2 und KDR-ESR hat die Firma eine anwenderfreundliche und wirksame Lösung entwickelt, die auch nachträglich installiert werden kann.

Einfach die passende Lösung finden

Bei KDR2 handelt es sich um ein zweigeteiltes Bodenblech auf dem die bewährten Kabeleinführungssysteme KEL ohne grossen Aufwand aufgeschraubt werden können. Diese sind passend z. B. für Schaltschränke Rittal TS8. Bei KDR-ESR handelt es sich um ein einteiliges Bodenblech, welches über sogenannte Einschübe für die Kabeleinführungssysteme KEL-U verfügt. Hier wird der Kabeleinführungsrahmen vor der Bestückung in den jeweiligen Einschub geschoben und fixiert.

Für neue Maschinen/Schaltschränke gibt es das System KDR-BMP. Hier werden die werkseitig mit dem TS8-Schaltschrank gelieferten Bodenbleche entfernt. Der einteilige Kabeldurchführungsrahmen KDR-BMP, der die gesamte Bodenfläche verschliesst, wird einfach auf den Schaltschrankrahmen im Bodenbereich eingesetzt und fixiert. Der KDR-BMP verfügt, je nach Breite und Tiefe des TS8, über mehrere rechteckige Öffnungen. Diese werden, je nach Anzahl und Durchmesser der einzuführenden Leitungen, mittels Modulplatten des Typs MP verschlossen. Eine grosse Auswahl an Modulplatten, die mit den unterschiedlichsten Kabeleinführungssystemen bestückt werden können, machen es dem Anwender einfach, die passende Lösung zu finden. Entweder können in der Schaltschrankdecke Ausbrüche vorgesehen werden oder, was viel einfacher ist, weniger Ausbrüche vorzusehen und die genannten Modulplatten einsetzen, auf die jeweils gleich mehrere Kabeleinführungen montiert werden können. 

Infoservice

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Tel. 071 858 23 23, Fax 071 858 23 24
info@icotek.ch, www.icotek.ch

automation & electronics: Stand F11



Verschmutzte Schaltschränke aufgrund undichter Kabeleinführung


Teilbare Kabeleinführung KEL-U (IP54) mit Montagerahmen im Schaltschrankboden


Kabeldurchführungsplatte KEL-DPU (IP66)


Schaltschrankbodenblech KDR-ESR (IP54) mit Einschubrahmen für KEL-U-Kabeleinführungen

Icotek im swissT.net

Sektion 13: Connecting & Switching Devices