Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
PDF download
Mit einer integrierten Plattform das Industrial Internet of Things – IIoT – gestalten : Ausgabe 19/2015, 19.11.2015

20 Jahre «Virtuelle Instrumente in der Praxis»

Seit nunmehr 20 Jahren lädt National Instruments Ingenieure und Wissenschaftler zum Technologie- und Anwenderkongress «Virtuelle Instrumente in der Praxis» ein. Der VIP 2015 fand vom 21. bis 23. Oktober 2015 im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck bei München statt. Der Veranstalter konnte exakt 706 Personen begrüssen.

Bilder: National Instruments

Schwerpunktthemen des Kongresses waren u. a. das IoT (Internet of Things) im kommerziellen (CIoT) und im industriellen (IIoT) Umfeld, die nächste Generation der Mobilfunkkommunikation (5G) und Big Analog Data. Nach der Begrüssung durch Michael Dams, Director Sales Central and Eastern Europe, präsentierten Rahman Jamal und Daniel Riedelbauch neue Technologien, Trends und Kundenlösungen. Sie zeigten, wie Jaguar Land Rover mehr Wissen aus Big Analog Data durch Einsatz der Datamanagement-Software DIAdem gewinnt.

Leistungsstarke Prüfsysteme für Halbleiter und Wireless-Systeme

Mit dem Semiconductor Test System (STS) zeigt NI ein PXI-basiertes Prüfsystem für den Halbleitertest, welche durch die Integration von NI PXI-Modulen und Testmanagement-Software die Prüfkosten für RF- und Mixed-Signal-Geräte im Halbleitersegment senkt.

Ein weiteres Beispiel für ein Prüfsystem auf Basis von NI PXI ist das, dieses Jahr neu präsentierte, Wireless Test System (WTS). Dank schnellerer Messungen lassen sich damit die Fertigungskosten von Geräten wie Mobiltelefonen, Tablets und Infotainment-Systemen verringern. Das WTS unterstützt verschiedene Wireless-Standards, wie u. a. LTE-A, WLAN (802.11ac) und Bluetooth LE. Peiker und Noffz Technologies präsentierten hierzu ihre erfolgreiche Kundenlösung zum Thema eCall.

Anwendungen aus der Medizin

Emotional wurde es beim Beitrag von Berlin Heart. Das Unternehmen entwickelt Systeme für die mechanische Herzunterstützung. Die Systeme helfen Kindern die Zeit bis zur Transplantation eines Spenderherzens zu überstehen. Diese Systeme werden mit NI CompactDAQ und LabVIEW getestet.

Diagnostic Sonar präsentierte eine Anwendungslösung basieren auf der LabVIEW RIO Architecture. Die Rechenleistung des FPGAs erlaubte es ihnen, ein industrielles Ultraschallsystem zu entwickeln um kleinste Defekte und Materialschäden in bzw. an Flugzeugen zu erkennen. Mit dem neuen FlexRIO Controller ist es nun möglich, dieses System in einen portablen Formfaktor zu bringen.

Den zweiten Kongresstag eröffnete Francis Griffiths, Senior Vice President, Regional Sales and Marketing bei NI. Als Gastredner ging anschliessend Volker Bibelhausen, Vice President Factory Automation bei der Bosch Rexroth AG, auf das Thema «Vernetzung, Digitalisierung, Industrie 4.0 – die Welt ändert sich» ein. Er skizzierte, wie neues Wissen entsteht, in Zukunft Nutzen bringen wird und zudem verfügbar gemacht werden kann.

Tagungsband enthält alle eingereichten Anwenderberichte

Gewinner des Engineering Impact Award sind die Firmen Harman/Becker und Noffz Computer Technik GmbH mit dem Beitrag «Leistungsstarker HF- und Funktionstest von Infotainment- und eCall-Modulen im Fahrzeug».

Alle eingereichten Anwenderberichte sind im begleitenden Tagungsband veröffentlicht, der als «Virtuelle Instrumente in der Praxis 2015. Begleitband zum 20. VIP-Kongress» im VDE Verlag erschienen ist.

Am 23. Oktober fand im Anschluss zum VIP-Kongress das Academic Forum statt. Der ehemalige Dozenten- und Ausbildertag richtete sich dieses Mal zusätzlich auch an den Forschungsbereich. Eröffnet wurde dieser Tag durch die Keynote von Dave Wilson, Vice President Academic bei National Instruments, zum Thema «Die Zukunft gestalten». Im Rahmen des VIP 2015 präsentierten ausserdem über 40 Partner und Systemintegratoren in einer Ausstellung ihre Lösungen und Produkte. Ein weiteres Highlight war der exklusive Galaabend anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des VIP-Kongresses. 

Infoservice

National Instruments Switzerland GmbH
Sonnenbergstrasse 53, 5408 Ennetbaden
Tel. 056 200 51 51, Fax 056 200 51 55
ni.switzerland@ni.com, www.ni.com/switzerland 
sps ipc drives: Halle 7, Stand 381



Von links: Rahman Jamal, Global Technology & Marketing Director, und Daniel Riedelbauch, Marketing Manager Central and Eastern Europe bei NI, eröffneten den Jubiläums-Event VIP 2015

Nachgefragt: «Projekte, die dem Wohle der Menschheit dienen, freuen mich»


Rahman Jamal, Global Technology & Marketing Director bei NI

20 Jahre gibt es den VIP-Kongress jetzt schon. Wie kam es überhaupt zu der Idee, einen solchen Kongress zu veranstalten?

Wir standen immer schon in gutem Kontakt zu unseren Anwendern. Für diesen Austausch fehlte jedoch ein regelmässiges Format. In den USA etablierte sich die NIWeek und ausserhalb der USA die NIDays, allerdings mit hohem NI- und wenig Anwender-Content. Es fehlte mir die Neutralität. So haben wir den Kongress 1996 ins Leben gerufen und in Anspielung auf das LabVIEW-Konzept den Namen «VIP – Virtuelle Instrumente in der Praxis» gegeben.

Warum ist der Kongress so erfolgreich?

Kreative Ideen und Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern brauchen neben gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Faktoren vor allem eine geeignete Plattform zum Wissensaustausch. Eine Plattform, in der neue Konzepte, Anregungen und wegweisende Lösungsansätze weitergegeben werden können. Der VIP-Kongress ist genau solch eine Plattform. Ein weiterer ausschlaggebender Faktor ist aber auch das Team von NI. Ohne die Kundennähe unserer Mitarbeiter wäre der Kongress nicht so erfolgreich.

Wie hat sich der Kongress über den Lauf der Jahre verändert bzw. entwickelt?

Durch Anwender-Feedback und auch aus Aktualitätsgründen sind mittlerweile neben der Messtechnik neue Themen hinzugekommen. Heute deckt die Veranstaltung Embedded-Steuer- und Regelungstechnik ebenso ab wie das Internet der Dinge und Industrie 4.0.

Woran erinnern Sie sich persönlich am liebsten zurück?

Jahr für Jahr sind neben den regulären Anwenderberichten auch solche dabei, in denen die Referenten zeigen, wie sie grosse Herausforderungen der Menschheit in Angriff genommen haben. Etwa der Einsatz unserer Technologien bei Hilfsprojekten in Entwicklungsländern – etwas, was mich ganz besonders berührt, weil ich mich auch privat für Entwicklungshilfe engagiere. Oder auch die Bewältigung von Umweltproblemen, Herausforderungen im Bereich Energieversorgung oder Medizintechnik. In der diesjährigen Keynote etwa wurde ein solches Beispiel gezeigt. Die Firma Berlin Heart entwickelt Systeme für die mechanische Herzunterstützung, die Kindern mit Herzproblemen helfen, die Zeit bis zur Transplantation eines Spenderherzens zu überstehen. Hierbei kamen auch Produkte aus unserem Hause zum Einsatz – und solch eine Nachricht freut mich sehr.