Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Marktstudie zu SPS-Systemen : Ausgabe 14/2014, 19.02.2015

Ethernet breitet sich aus

Der Trend zu Ethernet bei SPS hält weiter an – zu diesem Ergebnis kommt eine unabhängige deutsche Marktstudie. Heute nutzen 93 % der befragten Unternehmen die Technologie. Derzeit dominiert TCP/IP, zukünftig könnte aber Profinet das meistverwendete Protokoll sein.

Während 2001 nur knapp jeder vierte der befragten Maschinenbauer angab, Ethernet einzusetzen, ist die Technologie heute in fast jedem Unternehmen zu finden. Den Markt für SPS-Systeme in Deutschland dominiert weiterhin Siemens. Das Unternehmen konnte seine Stellung im Markt sowohl beim Bekanntheitsgrad als auch beim Kauf in den letzten Jahren weitgehend halten. Dahinter gibt es aber eine klare Tendenz weg von grossen, multinationalen Konzernen wie Mitsubishi, Schneider, Eaton und Omron, hin zu deutschsprachigen Unternehmen. Am bedeutendsten sind hier weiterhin Beckhoff und B&R, deren starkes Wachstum der vergangenen Jahre sich aber mittlerweile verlangsamt hat. Aber auch Wago, Lenze und Phoenix konnten Zuwachs verzeichnen.

Hohe technische Anforderungen

Dabei sind die Ansprüche an die Technik hoch: So ist für drei von vier der befragten Maschinenbauer integrierte funktionale Sicherheit erforderlich. Hier zeigt sich ein deutlicher Trend weg von verdrahteten Sicherheitsrelais, hin zu Sicherheits- und Standard-SPS integriert sowie zu Sicherheits-Feldbussen/Ethernet-Protokollen. Auch die Hochsprachenprogrammierung sowie die Funktionen «Anbindung an BDE/MES/ERP» und «Webserver für Inbetriebnahme/Diagnose» werden immer mehr verlangt.

Die Marktstudie hat Michaela Rothhöft, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Südwestfalen, freiberuflich durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie, die der VDMA-Arbeitskreis Steuerungstechnik fachlich unterstützt hat, gaben Anfang Jahr deutschlandweit fast 400 Maschinenbauer, Steuerungsbauer und Ingenieurbüros Auskunft über Kaufverhalten, technische Anforderungen und zukünftige Entwicklungen im Bereich der SPS-Systeme.

Nähere Details zu den Ergebnissen dieser Marktstudie erhalten Sie im Internet unter www.marktstudien.org

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Siemens ist gemäss der Studie nach wie vor der bekannteste Hersteller von SPS-Systemen


Der Bekanntheitsgrad von Beckhoff hat seit 2001 markant zugenommen

Die Situation in der Schweiz

Laut Alfred Zeuner, Präsident swissT.net-Sektion 31 «Automatisierungssysteme» und Leiter Vertrieb Industrielle Applikationen bei Bosch Rexroth Schweiz, gibt es für den Schweizer Markt keine vergleichbare Studie. Er geht aber davon aus, dass die Situation und die Entwicklung der genannten Firmen hierzulande ähnlich sind. Es würde seiner Meinung nach Sinn machen, die Studie um typische Schweizer Firmen wie ABB und Saia Burgess Controls zu ergänzen. Grundsätzlich stelle sich der Verband aber die Frage, ob der Begriff «SPS» im Jahr 2014 alleinstehend noch Sinn mache. Die SPS sei in vielen Anwendungen, insbesondere im Maschinenbau, nur noch ein Teil einer Automation – sie verschmelze zunehmend mit Embedded-, Motion- oder CNC-Systemen.