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Kapazitätsarme Motorversorgungsleitungen für die Automation : Ausgabe 04/2016, 03.03.2016

Auf Energieeffizienz optimierte Leitungen

Der Automationsspezialist Lütze hat sein Portfolio moderner Motorversorgungsleitungen mit deutlich verbesserten Low-Capacitance-Eigenschaften erweitert. Besonders interessant ist das vernetzte Polyethylen.

Autor: Wolfram Hofelich, Leiter Marketing Services, Lütze Consulting & Services GmbH & Co.KG

Kapazitätsarme Motorversorgungsleitungen sind auf Energieeffizienz optimiert. Der Vorteil gegenüber konventionellen Leitungen, z. B. mit PVC-Isolation und hoher Kapazität, sind erheblich: Zum einen nehmen die Leitungen deutlich weniger Ladestrom auf und erwärmen sich darum weniger – im Ergebnis wird der Strom effizienter zum Motor geführt. Zum anderen können wesentlich längere Kabelstrecken überwunden werden. Lütze bietet spezielle Low-Capacity-Leitungen für die feste und bewegte Verlegung, für den Einsatz mit Frequency-Drive-Motoren sowie für den Einsatz in Energieführungsketten an.

Vernetztes Polyethylen

Der Automationsspezialist Lütze setzt bei seinen Low-Capacitance-Leitungen in erster Linie auf zwei Materialkomponenten: XLPE und PP. Das vernetze Polyethylen XLPE bietet als Isolationsmaterial eine sehr niedrige Kapazität und beste elektrische Eigenschaften, wie eine hohe Spannungsfestigkeit. XLPE unterbindet von Natur aus unerwünschte Übertragungsverluste und hemmt die Koronaentladung. Damit ist es für Lütze die ideale Premium-Isolierung insbesondere für Anwendungen mit hohen Spannungsspitzen sowie bei längeren Kabelstrecken. Bei Leitungen mit fester Verlegung setzt Lütze zudem auf Isolationen aus Polypropylen (PP), die gleichermassen eine niedrige Dielektrizitätskonstante besitzen.

Polyethylen lässt sich auf vier Arten vernetzen: durch Beimischen von Peroxid (PE-XA), Silan (PE-XB) oder Azo-Verbindungen (PE-XD) sowie mit Hilfe von Elektronenstrahlbeschleunigern (PE-XC).

Kapazitätsarme Motorversorgungs-leitungen in der Praxis

Lütze hat ein umfassendes Programm an Low-Capacitance-Motorversorgungsleitungen:

  • Variable-Frequency-Drives-Kabel dienen als Versorgungsleitungen zwischen drehzahlgeregeltem Antrieb und drehzahlgeregeltem Motor. Sie werden in der Regel fest verlegt, z. B. in Kabelpritschen und Kabelkanälen. Empfohlen wird hier z. B. Lütze Silflex B XLPE (C) PVC 0,6/1 kV
  • Eine Alternative sind Leitungen mit Polypropylen-Isolation wie z. B. die Silflex M (C) PVC Servo, die ebenfalls kapazitätsarm sind
  • Für bewegte Anwendungen und den Einsatz in Energieführungsketten bietet Lütze Motorleitungen wie z. B. die Superflex Plus M (C) Pur Servo

Das Angebot deckt verschiedene industrielle Anwendungen ab. 

Bericht Frequenzumrichterleitung: 04_16.50.pdf

Infoservice

Lütze AG
Oststrasse 2, 8854 Siebnen
Tel. 055 450 23 23, Fax 055 450 23 13 
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Moderne Motor­versorgungsleitungen mit deutlich verbesserten Low-Capacitance-Eigenschaften

Kapazität und Verlustleistung

Jede Leitung hat eine gewisse Verlustleistung, bzw. Kapazität. Je nach Aufbau und Material­beschaffenheit der Leitung ist die Kapazität entsprechend höher oder niedriger. Die Kapazität der Leitung wird im wesentlichen durch die Dielektrizitätskonstante des Materials bestimmt, zum anderen Teil durch den Aufbau und die Isolationswandstärke der Leitung. Je niedriger der Wert der Dielektrizitätskonstante, desto niedriger ist die Kapazität der Leitung. Vorzugsweise bei der Stromversorgung von Motoren mit hoher Last ist eine so niedrig wie mögliche Kapazität erwünscht. Geringere Kapazität heisst somit, dass die Leitung weniger als Kondensator wirkt, weniger Wärme erzeugt und die Energie mit weniger Verlust – also effizienter – überträgt.