Eine Publikation der Binkert Medien AG
19.10.2015

Schweizer Startup: Zwei Brüder wollen hoch hinaus

Wer schon mal einen wichtigen Gegenstand verloren hat, weiss: Das kann mühsam und vor allem teuer werden. Zwei findige Innerschweizer Brüder setzen genau hier an. Ihre so einfache wie geniale Geschäftsidee dürfte das Verlieren revolutionieren – und hat innert kurzer Zeit schon mehr als tausend Kunden überzeugt.

Jeder von uns ist ein Loser. Manchmal. Alleine in der Schweiz verlieren wir jährlich Zehntausende ihre Handys, Laptops, Schlüssel, Kameras oder Werkzeuge. Das Schöne daran? Es gibt unzählige ehrliche Finder, die verlorene Sachen in ein Fundbüro bringen. Das Traurige? Weniger als ein Drittel der abgegebenen Gegenstände findet den Weg zurück zu den Besitzern. „Schluss damit!“, fand das Schweizer Start-up lostndfound – und tüftelte eine clevere Lösung aus, die auf der ganzen Welt funktioniert.

Doch warum eigentlich werden die meisten verlorenen Gegenstände nie in den Fundbüros abgeholt? Weil der Verlierer nicht weiss, wo er seinen Rucksack liegen gelassen hat, der Tourist auf Durchreise keine Zeit hat, jedes Fundbüro nach seinem Fotoapparat abzuklappern, oder die Pendlerin davon ausgeht, dass ihr Portemonnaie geklaut worden ist. Dabei werden jeden Tag Hunderte Dinge von ehrlichen Findern abgegeben – und könnten die Besitzer wieder glücklich machen und ihnen das Leben erleichtern.

Und so funktionierts: ein einziger Code für alle Gegenstände
Mit einem einfachen wie genialen System dürfte das lostndfound-System das Verlieren revolutionieren: Ein registrierter Abonnent kann jeden Gegenstand, der ihm lieb ist, mit seinem persönlichen Code versehen. Die Kleber oder Anhänger bringt er am Schlüsselbund, seiner Lieblingsjacke, seinem Fahrrad, seinen Büchern, seinem Koffer, seinem Handy an. Geht etwas davon verloren, muss der Finder nur die ID des Abonnenten auf der lostndfound-Webseite eingeben – und schon können Finder und Loser über ein gesichertes System miteinander in Kontakt treten. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Handy den QR-Code zu scannen und so dem Verlierer eine Nachricht zu senden.

Im Gegensatz zu bestehenden Online-Diensten haben die Innerschweizer Brüder und lostndfound-Gründer Remo und Michael Häfliger eine Technik entwickelt, die es ermöglicht, dass ein User den gleichen Code für jeden seiner Gegenstände benutzen kann. Da für die Kontaktaufnahme mit dem Loser einzig ein Internetzugang nötig ist, funktioniert das System weltweit. Ob der Rucksack am Strand von Maui, die Fotokamera im Reisecar nach Cardiff, das Snowboard in Zermatt oder der Schlüsselbund oder das Handy im Zug zur Arbeit – mit lostndfound stehen die Chancen gut, dass verlorene Gegenstände wieder zum Besitzer zurückfinden, bevor sie im Fundbüro verstauben und versteigert werden.

Bereits über tausend Abschlüsse
Die Stanser Brüder konnten mit ihrer innovativen Geschäftsidee innert weniger Monate bereits mehr als tausend Kunden gewinnen. „Wir freuen uns, dass unsere Dienstleistung so gut ankommt“, sagt Remo Häfliger. Viel Herzblut und Zeit hätten er und sein Bruder in den letzten Monaten in das Projekt gesteckt. Das Ziel sei es, lostndfound erst mal in der Schweiz zu etablieren und danach den ganzen deutschsprachigen Raum zu erobern. „Und wer weiss: Vielleicht müssen wir unseren Slogan ,Clever verlieren’ ja schon bald auf Englisch und andere Sprachen übersetzen“, wagt Remo Häfliger den Blick in die Zukunft.

www.lostndfound.com



Die beiden lostndfound-Gründer Remo (links) und Michael Häfliger (lostndfound)


Ein registrierter Abonnent kann jeden Gegenstand, der ihm lieb ist, mit seinem persönlichen Code versehen (lostndfound)