Eine Publikation der Binkert Medien AG

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04.06.2015

ROBOCHOP – die Zukunft der Produktion?

Omnipräsenz oder Allgegenwart ist die Fähigkeit, überall zu sein und jederzeit alles miterleben zu können. Klingt nicht gerade so, als ob dies für uns Menschen möglich sei, nicht? Oder macht uns das Internet dies möglich? Sie können einen Videoanruf mit einem Menschen auf der anderen Seite der Welt führen, auf Überwachungsvideos in Echtzeit aus der Ferne zugreifen und Pakete von Tür zu Tür nachverfolgen. Alles geht online. Wir müssen uns nicht mehr körperlich an einem Ort befinden, um dort Dinge zu beeinflussen.


Das wichtigste Event auf der diesjährigen CeBIT, der weltweit größten Ausstellung für den IT- und  digitalen Bereich, war CODE_n15 und die Live-Vorführung von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge (IoT). Vier industrielle Sechsachsroboter standen auf der CeBIT still wartend in Halle 16 , bis sie ihre Anweisungen erhielten. Internetnutzer auf der ganzen Welt konnten über die Website auf die Maschinen zugreifen, in denen eine 3D-App es ihnen ermöglichte, kleine, würfelförmige Entwürfe umzusetzen. Dies konnte sogar über Smartphones gemacht werden.

Nach Einsenden und Genehmigung wurde eine Auswahl der Designs von den Robotern gefertigt. Das Medium war ein Styroporwürfel (50 x 50 x 50 cm), die Methode ein Schneidesystem aus heißem Draht mit einer koaxialen Kühlung. Während der fünftägigen Dauer der CeBIT wurden 2.000 Exemplare erschaffen und später an ihre Designer verschickt.

ROBOCHOP ist ein funktionierendes Beispiel für eines der Schlagworte, die schon seit einiger Zeit in der Branche herumschwirren. Es bietet uns einen Einblick in eine Zukunft, in der Kunden aus der Ferne direkt auf die industrielle Produktionsausstattung zur Herstellung ihrer individuell gefertigten Teile zugreifen können. Das IoT und intelligentere Fertigungsmethoden können uns dabei helfen, Ideen für dreidimensionale Entwürfe so leicht wie nie zuvor in physische Produkte umzuwandeln.     

Sie brauchen ein Ersatzteil und kennen die Spezifikationen? Melden Sie sich auf unserer Website an, klicken Sie auf ein paar Schaltflächen und Roboter werden Ihren Auftrag ausführen und an Sie versenden. Vielleicht sogar durch eine Drohne. Die Technologie dazu existiert bereits. Was bringt uns die Zukunft als Lieferant für veraltete und industrielle Ersatzteile? Aufgrund eines neuen Niveaus der Vernetzung und dem umfangreichen Sammeln von Big Data können manche Fabriken bereits Selbstanalysen und -diagnosen durchführen. Hochentwickelte Automatisierungsnetzwerke machen Techniker allgegenwärtig und allmächtig, wenn auch nur in einem bestimmten Werk.

Der nächste Schritt wird ein Werk sein, das vorhersagen kann, welches Teil wann ersetzt werden muss. Die Roboter und Computer werden genau wissen, wann sie das Ersatzteil bestellen müssen und können dies automatisch über einen Lieferanten tun. So werden teure Ausfallzeiten vermieden. In einer nicht allzu fernen Zukunft könnten wir bei European Automation mit automatisch von Computern generierten Anfragen zu tun haben, statt mit Technikern, die zum Telefon greifen und uns anrufen.  Es sieht so aus, als ob die Zukunft von flexiblen Produktionslinien und extrem schlanker Produktion geprägt sein wird.
Doch planen wir nicht so weit voraus. Da mehr als 60 Prozent der Erdbevölkerung noch immer nicht über einen Internetzugang verfügt, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Techniker in ihren Fabriken wirklich allgegenwärtig sein werden und Kunden die Herstellung ihrer Produkte steuern.

www.robochop.com



Es sieht so aus, als ob die Zukunft von flexiblen Produktionslinien und extrem schlanker Produktion geprägt sein wird